47-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Lüneburg verantworten

Missbrauch im Kinderheim: Erzieher vor Gericht

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Der Betreiber eines Kinderheims bei Dahlenburg soll Schützlinge sexuell missbraucht haben.

Boitze. Er versprach, Kindern und Jugendlichen in dörflicher Umgebung eine zweite Chance zu geben – doch offenbar hielt der ehemalige Betreiber des Kinder- heims in der Gemeinde Boitze bei Dahlenburg im Kreis Lüneburg nicht die professionelle Distanz zu seinen Schützlingen ein.

Ab dem 5. April muss sich der 47-jährige Erzieher vor der dritten großen Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sich an mindestens zwei Kindern im Alter von zwölf bis 14 Jahren 49 Mal vergangen zu haben. Als Belohnung soll er elektronisches Spielzeug und andere Geschenke versprochen haben. In einem Fall soll sich der Missbrauch in den Jahren von 2005 bis 2007 ereignet haben, der zweite datiert aus dem vorigen Jahr.

Ans Licht kam die Sache erst, als das ältere, mittlerweile 23 Jahre alte Opfer in einer Traumatherapie in Hamburg von seinen Erfahrungen in der Kindheit berichtete. Bei der Befragung weiterer Kinder aus der Einrichtung erzählte das zweite Opfer, was es erlebt hatte. Zahlreiche Taten soll der Mann zudem mit Fotos und Videos dokumentiert haben, von denen die Ermittler einige vom gelöschten Kamerachip rekonstruieren konnten.

Der Angeklagte sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. „Er selber hat sich noch nicht geäußert, über seinen Anwalt aber erklärt, dass die Angaben weitgehend zutreffen“, erklärt Landgerichts-Sprecherin Frauke Albers. Ihm droht im Falle seiner Verurteilung eine mehrjährige Freiheitsstrafe.

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