Haft für Uelzener, der eine Mutter für sexuelle Handlungen am kleinen Sohn bezahlte

Zum Missbrauch angestiftet

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Ein Uelzener stiftete eine Mutter im Video-Chat dazu an, ihren kleinen Sohn zu missbrauchen.

Uelzen/Südafrika. Es ist ein Verbrechen, bei dem sich einem der Magen umdreht: Ein Uelzener hat über das Internet Kontakt zu einer Mutter in Südafrika aufgenommen und sie gegen Bezahlung dazu aufgefordert, vor der Kamera sexuelle Handlungen an ihrem eigenen Sohn vorzunehmen.

Der kleine Junge ist unter sechs Jahre alt. Dafür wurde der 47-Jährige jetzt vom Amtsgericht Uelzen wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Das Amtsgericht bestraft den Mann so, als hätte er den Missbrauch selbst begangen. „Die Anstiftung ist mit dem sexuellen Missbrauch gleichzusetzen“, erklärt Jugendrichterin Claudia Hagemann auf AZ-Anfrage.

Der Angeklagte sei voll geständig gewesen. Leugnen hätte er die Tat ohnehin nicht können, denn bei einer Hausdurchsuchung wegen des Verdachts auf den Besitz von Kinderpornografie haben die Polizeibeamten ein Video sichergestellt, das den Missbrauch zeigt.

Auch wurden Chatverläufe mit der Mutter des Opfers beschlagnahmt. Nach AZ-Informationen hat der Sexualstraftäter die Mutter in Südafrika über ein Videoportal kennengelernt, bei dem Männer per Chat ihre sexuellen Wünsche äußern können, die dann von Frauen vor der Webcam erfüllt werden. Die Mutter habe irgendwann erwähnt, dass sie einen kleinen Sohn hat. Daraufhin hat sie der Uelzener dazu animiert, den Jungen mit vor die Kamera zu holen und ihn sexuell zu befriedigen.

„Der Angeklagte hat ausdrücklich verneint, dass er pädophile Neigungen hat“, berichtet die Jugendrichterin. „Er sagte, dass er nicht weiß, warum er es getan hat.“ An dieser Aussage hat das Gericht seine Zweifel, denn offenbar war bereits ein weiterer Missbrauch geplant, der aber aufgrund der Hausdurchsuchung nicht vollzogen wurde.

Der Uelzener ist mit dem Urteil nicht einverstanden: Er hat bereits Berufung eingelegt, weshalb der Fall vor dem Landgericht in Lüneburg neu verhandelt wird. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg bestätigt, dass sie im Zuge der Rechtshilfe auch die Behörden in Südafrika von dem Fall in Kenntnis gesetzt hat. Ob die Mutter des Jungen zur Rechenschaft gezogen werden kann, ist nicht bekannt.

Von Sandra Hackenberg

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