Heute ist Tag des Schlaganfalls / Chefärztin Ulrike Heesemann: Das Risiko kann minimiert werden

In Minuten zum Pflegefall

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Bei einem Schlaganfall kommt es auf Minuten an. Treten Symptome auf, sollte umgehend unter Telefon 112 der Rettungsdienst gerufen werden. Binnen einer Minute können bis zu 1,9 Millionen Zellen absterben, erkärt Ulrike Heesemann.

Uelzen. Es zählt jede Minute. Bis zu 1,9 Millionen Nervenzellen gehen binnen 60 Sekunden zugrunde, dann wird das Gehirn, die menschliche Rechenzentrale, wegen eines verschlossenen Gefäßes nicht richtig durchblutet. Die Medizin spricht dann von einem Schlaganfall.

Sind Zellen erst einmal abgestorben, führt das zu Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen, Taubheitsgefühlen oder einem eingeschränkten Reaktionsvermögen. Die Folgen sind immer auch abhängig vom Bereich des Gehirns, in dem die Zellen starben. Dr. Ulrike Heesemann, Chefärztin für Neurologie am Helios Klinikum Uelzen, zieht einen Vergleich aus dem Alltag heran: „In einem Sicherungskasten entscheidet die herausgesprungene Sicherung darüber, welches Gerät in der Wohnung nicht mehr funktioniert. “ Im schlimmsten Fall komme es zu einem Totalausfall. Aber soweit, so die Ärztin, müsse es erst gar nicht kommen. Das Risiko für Schlaganfälle lasse sich minimieren.

Es ist eine Botschaft, die Heesemann wichtig ist. Sie will das Bewusstsein für die Gefahr schärfen – auch anlässlich des heutigen Tages des Schlaganfalls. Denn die Zahlen sind bezeichnend. Es wird damit gerechnet, dass bis Ende des Jahres bundesweit 270 000 Schlaganfälle gezählt werden. Das Klinikum wird erstmals in 2014 mehr als 1000 Patienten mit akuten Durchblutungsstörungen behandeln. Das Uelzener Klinikum verfügt über eine spezielle Schlaganfall-Einheit, sodass auch Patienten aus Städten benachbarter Landkreise in die Einrichtung überwiesen werden.

Von Norman Reuter

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