Pilot-Projekt: Klinikum Uelzen gründet mit sieben weiteren Krankenhäusern ein Traumanetzwerk

Minuten, die Leben retten

Großeinsatz für die Rettungsdienste auf der Uelzener Stadtumgehung: Jede Minute zählt, wenn Unfallopfer lebensbedrohliche Verletzungen haben. Eine enge Kooperation mit verschiedenen Kliniken in Norddeutschland soll die Versorgung verbessern. Foto: Mitzlaff

Uelzen. Die Versorgung von Schwerstverletzten in der Region soll durch eine enge Zusammenarbeit von Kliniken weiter verbessert werden: Das Uelzener Krankenhaus hat sich jetzt deshalb mit sieben weiteren Einrichtungen zum „Traumanetzwerk Nordost-Niedersachsen“ zusammengeschlossen.

„So wollen wir sicherstellen, dass jeder schwerverletzte Patient innerhalb von 30 Minuten in einer geeigneten Einrichtung aufgenommen wird“, erklärt Sebastian Haeger, Leiter des Uelzener Klinikums.

Jedes Jahr erleiden bundesweit über 35 000 Menschen in Deutschland schwere, oft lebensbedrohliche Verletzungen. Ihre Überlebenschance sinkt mit jeder Viertelstunde. Entscheidend sind die Rettungsdauer und die zeitnahe individuelle Versorgung in spezialisierten Kliniken. „Im Verlauf der letzten Jahrzehnte ist die Todesrate bei Patienten, die ein Polytrauma erlitten haben, um rund 60 Prozent gesunken“, erläutert Haeger. Dennoch sei das Polytrauma eine der Hauptursachen von Todesfällen in den Altersklassen bis 45 Jahre. Als Polytrauma bezeichnet man mehrere Verletzungen verschiedener Körperregionen, von denen mindestens eine oder die Kombination lebensgefährlich ist.

„Das gemeinsame Ziel des Traumanetzwerkes ist es, Patienten schneller, effizienter und mit weniger Risiko am richtigen Ort zu behandeln“, sagt Dr. Timm Schlummer, Chefarzt der Unfallchirurgie am Uelzener Klinikum. Die Uelzener Einrichtung ist im Traumanetzwerk Nordost-Niedersachsen der nördlichste Versorger und als „Regionales Traumazentrum“ zertifiziert.

Auf regionaler Ebene beteiligen sich neben dem Uelzener Klinikum die Krankenhäuser in Gifhorn, Salzgitter und Wolfsburg.

„Mit der Gründung und Zertifizierung des Traumanetzwerkes haben wir einen Meilenstein erreicht, damit alle Unfallopfer in der Region die bestmögliche Versorgung erhalten, unabhängig davon, wann und wo sie verunglückt sind“, betonte Enno Gosling, stellvertretender Staatssekretär im Niedersächsischen Sozialministerium, jetzt bei der Gründungsveranstaltung in Braunschweig. Das Pilotprojekt soll Anfang nächsten Jahres starten.

Von Thomas Mitzlaff

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