Positives Ergebnis für 2020/21 realistisch

Umsatzplus bei Nordzucker AG: Minus geringer als erwartet

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Das Minus bei Nordzucker fällt für das abgelaufene Geschäftsjahr deutlich geringer aus als erwartet. Für 2020/21 rechnet das Unternehmen mit einem Plus.

Uelzen – Die Nordzucker AG, die in Uelzen ihr größtes Werk betreibt, hat das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem leichten Umsatzanstieg und einem operativen Verlust abgeschlossen, der mit einem Minus von 14,6 Millionen Euro deutlich geringer als der Vorjahresverlust und als erwartet war.

Die Neuausrichtung der Vertriebsstrategie, die deutliche Verschlankung der Organisation und umfassende dauerhafte Kostenreduzierungen haben laut Dr. Lars Gorissen, Chief Executive Officer (CEO), zur Ergebnisverbesserung beigetragen. Erstmals und mit einem positiven Beitrag konsolidiert wurde die zum 31. Juli 2019 erworbene 70-Prozent-Mehrheitsbeteiligung an dem zweitgrößten australischen Zuckerhersteller Mackay Sugar Ltd. (MSL). Ein positives Ergebnis der Nordzucker AG im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 bleibt trotz Unwägbarkeiten aus der Corona-Krise realistisch, teilt das Unternehmen mit.

Im Geschäftsjahr 2019/20 – Stichtag 29. Februar – erzielte Nordzucker einen Konzernumsatz von 1,439 Milliarden Euro und lag damit 6 Prozent über dem Vorjahr (1,354 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) betrug minus 15 Millionen Euro (Vorjahr: minus 58 Millionen Euro). Das Geschäftsjahr schloss mit einem Jahresfehlbetrag von minus 15 Millionen Euro ab (Vorjahr: minus 36 Millionen Euro). Außerdem wird durch den Vorstand des Unternehmens im zweiten Jahr in Folge der Hauptversammlung keine Dividendenausschüttung vorgeschlagen.

Die Zuckerpreise am Weltmarkt und in der EU hatten sich laut Gorissen im Laufe des zurückliegenden Geschäftsjahres erholt. Gründe dafür waren eine rückläufige Produktion in Europa und die Erwartung eines weltweiten Defizits. Die Corona-Pandemie schafft jedoch seit Anfang März völlig neue Rahmenbedingungen auf dem Weltmarkt. Zusammen mit dem massiven Verfall der Ölpreise brachen die Zuckerpreise ein. „In Brasilien wird teilweise von Bioethanol- auf Zuckerherstellung umgestellt, wodurch höhere Exportmengen auf dem Weltmarkt erwartet werden“, berichtete Gorissen.

In Europa schnellte im März die Nachfrage nach Zuckerprodukten im Einzelhandel ausgelöst durch „Hamsterkäufe“ nach oben. Danach ist die Nachfrage im Einzelhandel zwar auf ein unterdurchschnittliches Niveau gefallen, eine Normalisierung sei allerdings zu erwarten.

„Wir konnten die plötzlich aufgetretene erhöhte Nachfrage in allen unseren Ländern bedienen. Hierfür haben sich viele unserer Kunden ausdrücklich bei uns bedankt,“ berichtete Dr. Lars Gorissen und weiter: „Aufgrund der Lockerungen gehen wir aktuell davon aus, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage in der EU relativ gering sein werden und die Preise weitgehend stabil bleiben. Unser klares Ziel ist, im laufenden Geschäftsjahr wieder positive Ergebnisse zu erwirtschaften.“

Angesichts der fundamentalen Daten könne auch für die Zeit darüber hinaus mit einer Preisentwicklung gerechnet werden, die positive Unternehmensergebnisse, attraktive Rübenpreise und angemessene Dividenden ermöglichen werde. Die Basis dafür seien die geschaffenen wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und hohe Rübenerträge. „Wir gehen davon aus, dass weltweit der Zuckerverbrauch weiter wächst, nachdem ein corona-bedingter Rückgang überwunden ist, und verfolgen das Ziel, unsere Rohrzucker-Aktivitäten weiter auszubauen“, erklärt Gorissen.

Den gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen hinsichtlich des Umweltschutzes widme Nordzucker besonderes Augenmerk. Über die seit Jahrzehnten bewiesenen Erfolge in der Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft hinaus entwickele das Unternehmen Pläne zur weiteren CO2-Reduzierung in der Produktion. Im Rübenanbau gehe es darum, an Lösungen für den verringerten Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln zu arbeiten. Die Auswirkungen von zwei Jahren ausgeprägter Trockenheit und eines trockenen Beginns der Vegetationsperiode dieses Jahr forderten zudem neue Konzepte.

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