Stadt Uelzen wird mit Schul-Antrag scheitern – KGS Bevensen bleibt erhalten

Minister sagt Nein zu IGS

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Auf Wahlkampftour in Ebstorf: Kultusminister Bernd Althusmann.

Uelzen. In der Stadt Uelzen wird wohl keine Integrierte Gesamtschule (IGS) eingerichtet: Ein entsprechender Antrag der Stadt habe „keine Chance“, erklärte Mittwochabend Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) bei einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei in Ebstorf.

Die Vorgaben für diese Schulform seien eindeutig: „Es muss eine Fünfzügigkeit geben.“ Uelzen dagegen hat eine vierzügige IGS beantragt. Außerdem verwies Althusmann darauf, dass die Einführung einer IGS dem Elternwillen widerspreche. Die SPD/FDP-Mehrheit im Stadtrat hatte sich für die Entsendung des Antrages nach Hannover entschieden, obwohl sich bei einer Elternbefragung eine Mehrheit gegen eine Integrierte Gesamtschule ausgesprochen hatte (AZ berichtete).

Die Landesregierung setzt bei ihrer Schulreform auf ein zweigliedriges System mit Gymnasien und Oberschulen, in denen Real- und Hauptschulen zusammengefasst sind. „Zum neuen Schuljahr werden wir 132 Oberschulen in Niedersachsen haben, 19 davon mit einem gymnasialen Zweig“, gab der Kultusminister neue Zahlen bekannt.

Die laufende Schulreform sei unvermeidbar, betonte Althusmann: „Wir können uns nicht davor drücken“. Die Schülerzahlen würden in den nächsten Jahren wegbrechen, dazu käme ein geändertes Verhalten bei der Wahl der Schulform.

Schon für das Jahr 2014 strebe man ein bundesweit einheitliches Abitur an, „langfristig wird sich das Oberschulmodell bundesweit durchsetzen, weil es ein tragfähiger Weg ist“, zeigte sich der Minister überzeugt. „Damit könnten wir vermeiden, dass es bei jedem Regierungswechsel wieder eine Reform gibt.“

Die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen kann es auch nach einer Reform weiter geben: „Da gibt es einen Bestandschutz“, erklärte Althusmann. Allerdings könne auch die KGS sich auf eigenen Wunsch verändern.

Am Rande der Wahlkampfveranstaltung äußerte sich Niedersachsens Kultusminister auch zum Untersuchungsverfahren durch die Uni Potsdam, weil er in seiner Doktorarbeit fremdes geistiges Eigentum verwendet haben soll.

Von Thomas Mitzlaff

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