Bundeskartellamt verurteilt Braunschweiger Konzern und zwei weitere Firmen wegen verbotener Absprachen

Millionenstrafe gegen Nordzucker verhängt

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(Symbolfoto)

bs Uelzen/Braunschweig. Die Nordzucker AG mit Sitz in Braunschweig und zwei weitere deutsche Zuckerhersteller sind vom Bundeskartellamt wegen verbotener Absprachen zu Bußgeldern von insgesamt 280 Millionen Euro verurteilt worden.

Nach Überzeugung der Wettbewerbswächter haben Nordzucker, das unter anderem die Zuckerfabrik in Uelzen betreibt, sowie die Hersteller Südzucker und Diamant-Zucker ein „Gebietskartell“ gegründet. Dieses soll sich jahrelang darüber abgesprochen haben, sich beim Zucker-Vertrieb in Deutschland keine Konkurrenz zu machen.

Dazu haben sich die drei Konzerne laut Bundeskartellamt im Wesentlichen auf ihre angestammte Vertriebsregion beschränkt und den Zucker nicht im Gebiet der Wettbewerber abgesetzt. Die Folgen der Absprachen seien erhebliche Preissteigerungen und zum Teil Versorgungsengpässe gewesen. Auf die Spur des Kartells kamen die Wettbewerbswächter 2009.

Auch sieben persönlich Verantwortliche sollen nun Bußgelder zahlen. Auf die Südzucker AG entfällt der größte Anteil der Konzernstrafe. Das Unternehmen aus Mannheim muss allein 195,5 Millionen Euro entrichten.

Auf die Nordzucker AG komme hingegen nur „ein einstelliger Millionenbetrag“ als Strafe zu, sagte Konzernsprecherin Bianca Deppe-Leickel, gestern auf AZ-Anfrage. Die genaue Summe wollte sie jedoch nicht nennen. „Das ist ein relativ geringer Betrag, der auf unser Ergebnis keinen großen Einfluss haben wird“, erklärte sie. Zudem seien weder gegen ehemalige noch aktuelle Mitarbeiter von Nordzucker persönliche Bußgelder verhängt worden.

Im Zuge des Kartellverfahrens habe Nordzucker die „Weichen für den Neuanfang“ gestellt, betonte Deppe-Leickel. An Schlüsselstellen im Konzern habe es personelle Veränderungen geben, Mitarbeiter seien entsprechend geschult worden. „Wir haben uns seitdem neu aufgestellt“, sagte sie.

Von Bernd Schossadowski

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