gwk und Johanniter schließen Vertrag für Tagespflegezentrum und Nachbarschaftstreff

Millionen-Projekt „Treff am Kö“

Farbfleck am Königsberg: Der ehemalige Supermarkt wird zu einem Quartier umgebaut, in dem Anwohner tagsüber betreut werden, Nachbarn etwas miteinander unternehmen und Ärzte oder Ergotherapeuten einziehen. Grafik: gwk

Uelzen. Unter dem Motto „Treff am Kö“ entsteht derzeit ein neues Projekt am Königsberg.

Die Gesellschaft für Wohnungsbau des Kreises (gwk) Uelzen und die Johanniter-Unfall-Hilfe haben ihre Zusammenarbeit für ein Tagespflegezentrum in Kombination mit einem Wohncafé vertraglich besiegelt. Unterdessen baut die gwk derzeit auch ein Wohnhaus mit 18 Einheiten am Königsberg für die Bedürfnisse älterer Mieter um. 15 der barrierefreien Mietwohnungen sind bereits vergeben, im Oktober oder November können die Mieter einziehen. Mehr als 2,5 Millionen Euro investiert die gwk in diesem Jahr am Königsberg, insgesamt sind es im Landkreis Uelzen dieses Jahr 5,1 Millionen Euro.

Die Baumaßnahmen für das Tagespflegezentrum am ehemaligen Einkaufsmarkt am Königsberg haben bereits begonnen. Dort entsteht in diesen Wochen eine Einrichtung für Tagespflege, in der ab dem 1. Oktober täglich von 8 bis 16 Uhr maximal zwölf Gäste betreut werden können. „Es geht darum, die pflegenden Angehörigen zu unterstützen, um zu verhindern, dass Pflege und Betreuung zur Belastung werden“, erklärt Samantha Brinkwirth, Fachbereichsleiterin Soziale Dienste der Johanniter. Das Gebäude wird in Kombination mit einem Wohncafé eröffnet, in dem ein Programm für die Bewohner jeden Alters am Königsberg und andere Interessierte angeboten werden soll. Zudem sind dort eine Sozialberatung, und die Vermittlung von Frisör-Besuchen, Wäschedienst oder auch Kinderbetreuung geplant. Die Kosten für die räumliche Unterhaltung trägt die gwk, die Mittel fürs Personal kommen von der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Was im „Treff am Kö“ ab Oktober zu erleben ist, von gemeinsamem Kochen bis zu beispielsweise kulturellen Veranstaltungen, können die Anwohner selbst mit entscheiden. Eine Mitarbeiterin wird daher künftig das Gespräch mit den Anwohnern suchen, auch außerhalb des Zentrums. Als kommunale Aufgabe versteht der Geschäftsführer der gwk, Ronald Schack, dieses Angebot. Und auch die Johanniter wollen damit ihren rund 2000 fördernden Mitgliedern in Uelzen zeigen, dass deren Beiträge für soziale Projekte verwendet werden.

Sechs Stellen werden für die Tagespflege besetzt und zwei in dem so genannten Quartiermanagement, dem Wohncafé. Die hiesigen ambulanten Pflegedienste werden die Johanniter mit dem Zentrum unterstützen, kündigt Hans Joachim Halbach, Regionalvorstand der Johanniter, an. Sie setzen auf die Bildung von Netzwerken und hoffen auch auf das Engagement von Ehrenamtlichen. In Goslar, Weser-Ems und Celle haben die Johanniter ein ähnliches Angebot geschaffen. Dass aber Tagespflegezentrum und Wohncafé kombiniert werden, wird in Uelzen das erste Mal passieren.

Zusätzlich zum Tagespflegezentrum mit Fahrdienst und dem Wohncafé werden noch weitere Dienstleister in dem Neubau untergebracht, beispielsweise Physio- oder Ergotherapie, eine Apotheke oder eine Arztpraxis. „Wir würden auch gerne einen ,Tante-Emma-Laden’ dort hinbekommen, aber viele trauen sich nicht wegen des Marktcenters“, erklärt Schack. Die endgültige Besetzung der Räume steht noch nicht fest.

Von Diane Baatani

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