Reinigung von Uelzener Abwässern am Limit: Neues Nachklärbecken soll gebaut werden

Millionen-Investition in Uelzens Kläranlage

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Die Reinigungsleistung der Uelzener Kläranlage ist ausgereizt. Damit ein weiterer Zulauf von Abwässern bewältigt werden kann, bedarf es einer Erweiterung.

Uelzen. Die Kapazitätsgrenze der Uelzener Kläranlage ist erreicht. Bei einem steigenden Zulauf von Abwässern kann der vorgeschriebene Reinigungsgrad nicht mehr gehalten werden. Betrieben wird die Anlage von der Uelzener Stadtentwässerung.

Deren Betriebsausschuss hat sich nun bei seiner jüngsten Sitzung für eine Erweiterung der Anlage an der Bundesstraße 4 ausgesprochen, damit die Reinigung in geforderter Qualität erfolgen kann. 4,1 Millionen Euro wird die Maßnahme nach Berechnungen der Stadtentwässerung kosten.

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Nach einem ersten Filtern der Abwässer helfen im Reinigungsprozess Mikroorganismen. Durch biologische Prozesse werden die Abwässer von organischen Verschmutzungen befreit. In einem sogenannten Nachklärbecken sinken die Reststoffe zu Boden. Durch Zugabe von höheren Mengen von Mikroorganismen lässt sich die Reinigung optimieren und dadurch mehr Abwässer behandeln. Doch in Uelzen sei dies keine Option mehr, da angesichts der Abwassermengen dieser Optimierungsweg bereits ausgereizt worden sei, schilderte Artur Mennerich, Dozent an der Ostfalia Hochschule Suderburg und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens SIKMa, während der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses Stadtentwässerung. Mennerich hat zur Uelzener Kläranlage ein Gutachten hinsichtlich der Kapazitäten erstellt. Er schlug vor, dass ein neues Nachklärbecken gebaut wird. Ein bislang genutztes, kleineres Nachklärbecken soll für die vorgelagerten biologische Prozesse herangezogen werden.

Dietmar Kahrs, Leiter des Uelzener Stadtentwässerung, unterstrich, wie notwendig aus seiner Sicht die Maßnahme ist. Größere Reparaturen oder Instandhaltungsarbeiten seien angesichts einer Reinigungsleistung am Limit nicht möglich. Auch an einen weiteren Zulauf von industriellen Abwässern sei nicht zu denken. Wie berichtet, plant beispielsweise Uelzena – das Unternehmen ist an die Kläranlage angeschlossen – eine Erweiterung auf dem ehemaligen Nowka-Gelände. „Ich müsste den Unternehmen sagen, es geht nicht mehr“, so Kahrs. Die Abwässer für die Kläranlagen stammen zu 40 Prozent aus Privathaushalten und zu 60 Prozent aus der Industrie. Der Ausschuss stimmte für den Vorschlag von Mennerich.

Von Norman Reuter

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