Gomel-Hilfe nimmt keine Kleiderspenden mehr entgegen

Mietvertrag gekündigt: Vorläufiges Aus für Sammelstelle in Groß Liedern

Die abgegebenen Kleider müssen in der Sammelstelle gesichtet und sortiert werden. Das übernehmen Gomelhelfer wie Karina Kempin (links) und Ulrike Weber.
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Die abgegebenen Kleider müssen in der Sammelstelle gesichtet und sortiert werden. Das übernehmen Gomelhelfer wie Karina Kempin (links) und Ulrike Weber.

Uelzen-Groß Liedern – Die Sammelstelle der Gomel-Hilfe in Groß Liedern nimmt keine Kleiderspenden mehr entgegen. „Das gilt ab sofort“, sagt Gomelhelfer Arno Klinder gegenüber der AZ. Die Sammelstelle im Uelzener Ortsteil sei geschlossen.

Nach einer coronabedingten Zwangspause hatte sie erst im Juni wieder ihre Pforten geöffnet, und Textilspenden für die weißrussische Region waren entgegengenommen worden (AZ berichtete).

Nach etwas mehr als einem Monat ist wieder Schluss. Der Grund? In einer kurzen Pressemitteilung erklärt die Gomel-Hilfe: „Der bestehende Mietvertrag wurde gekündigt und das Grundstück veräußert.“ Als Sammelstelle wurden in Groß Liedern ehemalige Fabrikhallen genutzt.

Zuletzt, nach der Wiedereröffnung im Juni, waren weit mehr Textilien von Spendern als noch zu Vor-Corona-Zeiten abgegeben worden. „Wir hatten deutlich mehr Mengen“, schildert Klinder. Wie der Gomelhelfer mitteilt, reichen die Mengen aus, um eine weitere Lkw-Ladung nach Gomel zu schicken. Dieser Hilfskonvoi werde nun vorbereitet.

Bei den Konvois der vergangenen Jahre sind auf einer Tour bis zu 1700 gefüllte Bananen-Kartons auf Reisen gegangen. Das entspricht etwa 13 Tonnen. Klar ist: Die Menschen in dem weißrussischen Gebiet Gomel können die Spenden gut gebrauchen. In der Region gingen vor 34 Jahren durch die Atomkatastrophe von Tschernobyl radioaktive Teilchen nieder.

Die Folgen spüren die Bewohner bis heute. Männer, Frauen und Kinder erkranken aufgrund der Strahlenbelastung, es fallen Kosten für Behandlung und Medikamente an. Und wegen geringer Löhne sowie explodierender Lebensmittelpreise bleibt ihnen nicht viel Geld für Alltägliches wie Kleidung und Bettwäsche. Hier setzte die Uelzener Gomel-Hilfe mit ihren Hilfskonvois an.

Durch die neue Lage mit dem Verkauf des genutzten Areals in Groß Liedern ist die Annahme von gebrauchten Textilien bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Gomel-Hilfe teilt zur Sammelstelle folgendes mit: „Derzeit ist nicht vorausschaubar, ob und wann eine Wiedereröffnung an einer anderen Stelle möglich sein wird.“ VON NORMAN REUTER

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