Wohnungsanbieter: Kaum Erhöhungen / „Hemmschuh“ bei Investitionen

Mietpreise liegen auf Eis

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Die Sorge, dass die Quadratmeterpreise von Wohnungen in „Schieflage“ geraten, müssen die Mieter nicht haben. Die Wohnungsanbieter erklären, dass Mietsteigerungen angesichts der Marktlage kaum zu realisieren sind.

Uelzen. Des einen Freud ist des anderen Leid: Die Mietpreise in der Stadt Uelzen und im Kreis sind nach Einschätzung von Ronald Schack, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft gwk, in den vergangenen Jahren „aufgrund der regionalen Marktlage“ – wenn überhaupt – nur sehr moderat gestiegen.

Der Grund: In den hiesigen Breiten lässt sich „nur bei entsprechend guter bis sehr guter Lage und entsprechender Wohnungsausstattung“ eine Anpassung des Quadratmeterpreises realisieren, so der Geschäftsführer.

Ronald Schack erklärt dazu: Was für Mieter und Wohnungssuchende gute Voraussetzungen seien, erweise sich für die Vermieter als ein „großer Hemmschuh“ bei geplanten Investitionen im Wohnungsbestand. Dieses Problem treibt auch Wolfgang Niehbuhr vom Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Uelzen um. Im Bereich der Kaltmiete gebe es kaum Erhöhungsspielräume, um nötige Sanierungsmaßnahmen oder Neubauten kostendeckend zu realisieren, meint er im Gespräch mit der AZ. Dafür vor allem verantwortlich seien die Nebenkosten, auch zweite Miete genannt. Die gestiegenen Preise für Öl, Gas oder für Dienste wie die Müllentsorgung würden die Mieter spürbar treffen, sodass eine Anhebung der Kaltmiete ihnen nicht auch noch zugemutet werden könnte. „Es bewegt sich fast gar nichts in diesem Bereich. Wenn überhaupt, ließe sich eine Preissteigerung von etwa fünf Prozent in den vergangenen Jahren feststellen“, so das Vorstandsmitglied bei der Genossenschaft.

Die Nettokaltmiete in Wohnungen der gwk, deren größter Gesellschafter mit 86,2 Prozent der Landkreis und die mit 1533 Wohnungen im Besitz auch der größte Wohnungsanbieter ist, beträgt bei „einem guten Modernisierungsstand“ im Durchschnitt 4,50 Euro je Quadratmeter und Monat. Durchschnittliche Quadratmeterpreise von 4,20 bis fünf Euro nennt die Wohnungsbaugenossenschaft mit ihren circa 1000 Wohnungen. Bei Neubauten oder bei einer entsprechenden Lage ließen sich bis zu 6,50 Euro pro Quadratmeter veranschlagen, meint Niehbuhr, der zugibt, neidvoll Richtung Norden und Westen zu schauen, wo von den Wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften 1,50 bis zwei Euro mehr für den Quadratmeter verlangt würden. „Von Hamburger Verhältnissen mit teils zehn Euro und mehr wollen wir da noch gar nicht sprechen“, meint Wolfgang Niebuhr.

Aus Sicht von gwk-Geschäftsführer Ronald Schack ergibt sich durch die Rahmenbedingungen auf dem Mietermarkt und den damit fehlenden Möglichkeiten, Mieten anzuheben, auch die Situation, dass es für ortsfremde Investoren „nur wenig oder keinen Anreiz“ gibt, auf den Vermietermarkt zu drängen.

Eine pauschale Aussage indes zu den Mietpreisen in Stadt und Kreis Uelzen lässt sich nicht treffen, hält der Mieterbund Uelzen fest. Einen Mietspiegel, der in größeren Städten von Mietern zu einem Vergleich von Quadratmeterpreisen herangezogen werden kann, gibt es für die Region nicht.

Von Norman Reuter

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