„Stimmt uns vorsichtig optimistisch“

Mieter im Uelzener Bahnhof erhoffen sich durch Mobilitäts-Zentrale wieder mehr Zulauf

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Ein leer stehendes Bahn-Reisezentrum statt Beratung und Service. Das könnte sich mit einer Mobilitäts-Zentrale im Uelzener Hundertwasser-Bahnhof bald ändern.

Uelzen – Eine Mobilitäts-Zentrale soll wieder mehr Leben in Uelzens Bahnhof bringen und dem Fahrkarten-Chaos ein Ende bereiten. Diesen Vorschlag brachten die CDU und die Grünen/FDP/Linke/Piraten-Gruppe als Antrag in Uelzens Stadtrat ein (AZ berichtete).

Dieses Vorgehen begrüßen die Mieter im Hundertwasser-Bahnhof jetzt in einer gemeinsamen Stellungnahme: „All die vorgestellten möglichen Angebote halten wir für touristisch sinnvoll und in unserem Bahnhof als Anlaufstelle für auswärtige Besucher am besten aufgehoben“, erklärt Gerd Waldecker, Geschäftsführer des Cafés Lässig und Sprecher der Mietergemeinschaft im Bahnhof.

Ein Ratsbeschluss für die Mobilitäts-Zentrale sei ein deutliches Signal der Stadt Uelzen für ihren Bahnhof. „Das stimmt uns vorsichtig optimistisch.“

Die nicht zufriedenstellende Beratungsqualität habe nach der Schließung des Bahn-Reisezentrums zu Irritationen bis hin zu Unmut bei Uelzener Zugreisenden geführt, wie nicht zuletzt bei einer Demonstration vor dem Bahnhof deutlich wurde. Der dadurch entstandene Imageschaden sei nur schwer wieder zu beheben.

Gerd Waldecker, Lässig-Geschäftsführer

„Sollte sich diese Entwicklung weiter fortsetzen, werden wir unseren Café-Betrieb langfristig nicht mehr fortsetzen können“, macht Gerd Waldecker den Ernst der Lage deutlich. Denn vor allem viele Uelzener Senioren, die sich vor einem Reiseantritt mit dem Zug im Bahn-Reisezentrum ausgiebig beraten ließen, seien bei ihrem Besuch im Bahnhof auch zu ihm ins Café gekommen. „Wir merken schon, dass diese Stammgäste in den vergangenen Wochen wegfallen“, schildert der Lässig-Geschäftsführer.

Genau auf dieses Uelzener Stammpublikum sind die Mieter im Bahnhof angewiesen. „Viele Pendler oder Eltern von Schülern, die vorher im Reisezentrum Wochen- oder Monatskarten für den Regionalbus gekauft haben, kommen nicht mehr, weil diese Tickets jetzt im Rathaus gekauft werden müssen“, erklärt Ariane Schmäschke vom Projektladen, der im Dezember übergangsweise die Fahrkarten noch verkauft hatte.

Das würden die Mieter im Bahnhof deutlich zu spüren bekommen. Sollten diese Bustickets künftig in einer Mobilitäts-Zentrale wieder vor Ort gekauft werden können, so hofft Ariane Schmäschke, würden wieder mehr Bürger aus Uelzen und dem Landkreis den Weg in den Bahnhof finden.

„Der Hundertwasser-Bahnhof war und ist Uelzens Vorzeigeobjekt“, betont Gerd Waldecker. Damit das so bleibt, müssten alle Verantwortlichen nun an einem Strang ziehen: „Metronom muss überdenken, wie sie dem Bahnhof wieder mehr Beratungsqualität verschaffen kann und die Bahn müsste ihr Mietkonzept überdenken.“ Denn die Situation von heute sei nicht mehr vergleichbar mit der vor fast 20 Jahren, als der Hundertwasser-Bahnhof jährlich 20.000 Besucher anzog.

VON SANDRA HACKENBERG

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