Startschuss für Projekt „By the way – Kunst für unterwegs“

Metronom wird zur rollenden Galerie

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Kunstwerke gehen im Mettronom-Zug auf Reisen.

Uelzen. Sie verbindet 29 Bahnhöfe auf 300 Kilometern zwischen Hamburg und Kassel: die KunstSchiene.

Hinter ihr und dem Untertitel „By the way – Kunst für unterwegs“ verbirgt sich eine konzertierte Aktion der Metropolregionen Hamburg und Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg sowie der Metronom Eisenbahngesellschaft. Sie alle bringen zehn Kunstwerke verschiedener Künstler auf den Tischflächen der Metronom-Züge in Bewegung – die blaugelben Doppelstockwagen werden somit ab sofort zur rollenden Galerie.

Gestern Abend stellten Raimund Nowak von der Metropolregion Hannover, sein Kollege Swen Wacker aus der Metropolregion Hamburg, Projektleiterin Sabine Flores sowie Metronom-Sprecher Hagen Grützmacher und Kurator Harro Schmidt das Projekt und die Kunstwerke vor. So sei die KunstSchiene nicht in erster Linie ein Kunstprojekt, sondern vielmehr werde die Kunst genutzt, um Menschen an die Bahn heranzuführen, sagte Raimund Nowak.

Und genau diese Idee fand Swen Wacker „absolut fantastisch“, wie er betonte. Denn für viele Menschen seien Bahnhöfe „Nicht-Orte“, ohne Identität, sagte der Hamburger Vertreter. Kunst sei „ein wunderbarer Beitrag, um diese Räume zurückzugewinnen“. Obendrein verbinde sie mit der KunstSchiene auch noch zwei Metropolregionen, die für einander von großer Bedeutung seien – auch wenn Wacker in seiner launigen Rede so seine Probleme hatte mit dem auswendigen Formulieren des Begriffs „Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg“ – sehr zum Amüsement der Anwesenden aus Politik, Wirtschaft und Kunstszene, die sich gestern auf der Galerie des Uelzener Hundertwasser-Bahnhofs versammelt hatten.

Metronom-Sprecher Hagen Grützmacher betonte, dass das Bodenständige der Bahn und das Kreative der Kunst sich keineswegs widersprächen. Ganz im Gegenteil: „Im Auto hat man überhaupt keine Zeit fürs Lesen oder für Kunst, im Zug aber schon.“ Er hoffe, dass die Menschen in den Zügen über die kunstvoll gestalteten Tische miteinander ins Gespräch kommen mögen und dass sich Leute über die Kunst grundsätzlich fürs Bahnfahren begeisterten.

Zu den zehn Kunstwerken mit Titeln wie „People help People“ (eine graffiti-ähnliche Arbeit), einem namenlosen Bild, das scheinbar zufällig drapierte Hinterlassenschaften auf dem Metronomtisch abbildet, oder „Sugar City“ (ein quietschbuntes Fruchtgummi-Durcheinander) findet sich auch eine Tischfolie des Uelzener Künstlers Georg Lipinsky. Er hat eine Ansicht des heimischen Hundertwasser-Bahnhofes, verbunden mit dem Uelzener Stadtwappen, gezeichnet und wird damit eine Hommage an die Uhlenköperstadt mit dem Metronom auf die Reise schicken.

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