Metronom streikt zwei Tage

Metronom-Kunden stehen zwei Tage lang vor verschlossenen Zugtüren: Auch Lokführer des Uelzener Eisenbahnunternehmens beteiligen sich am Streik der GDL. Foto: dpa

tm/dpa Uelzen. Jetzt wird es ganz bitter für Pendler: Seit heute Früh will die Lokführer-Gewerkschaft GDL zwei Tage lang streiken. Für Reisende im Landkreis Uelzen bedeutet das: Am Donnerstag und Freitag dürfte im Nahverkehr zwischen Hannover, Uelzen und Hamburg kaum ein blau-gelber Metronom-Zug rollen. Lediglich die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn sollen planmäßig fahren – doch die dürfen mit den günstigeren Metronom-Tickets nicht benutzt werden, auch das Niedersachsen-Ticket gilt in Intercity-Zügen nicht.

Im Kampf um gleiche Löhne für Lokführer will die GDL so den Druck auf die großen Konkurrenten der Deutschen Bahn erhöhen. 47 Stunden lang sollen in ganz Deutschland bei 22 regionalen Anbietern die Züge stillstehen. Der Arbeitskampf sollte heute um 3 Uhr beginnen und wird bis Samstag um 2 Uhr morgens dauern. Davon betroffen sind die sechs großen Verkehrsgesellschaften Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia, Hessische Landesbahn sowie ihre Töchter. Ein Schwerpunkt des Streiks soll Norddeutschland sein.

Die GDL fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für die 26 000 Lokführer in Deutschland im Regional-, Fern- und Güterverkehr – egal, bei welchem Betreiber sie arbeiten. Eine Kernforderung ist eine Angleichung der Einkommen auf dem Niveau der DB plus fünf Prozent Aufschlag.

Doch während die Verhandlungen mit der DB am 7. April fortgesetzt werden sollen, fehlt mit den Konkurrenten seit Wochen die Gesprächsbasis. Benex-Sprecher Christoph Kreienbaum sagte, die Gemengelage sei schwierig, weil die GDL nach Ende der Verhandlungsgemeinschaft von sechs großen DB-Konkurrenten mit jedem Unternehmen einzeln verhandeln müsse. Die GDL müsse aber akzeptieren, dass sie keinen Alleinvertretungsanspruch für die Lokführer habe. Auch in der Gewerkschaft EVG, mit der Benex einen gültigen Tarifvertrag habe, seien Lokführer organisiert. Schon von Montag auf Dienstag dieser Woche hatte die GDL gestreikt. Seiten 10

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