Hoher Krankenstand: Uelzener Eisenbahn-Unternehmen organisiert Ersatzbusse

Metronom streicht Züge

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Die Metronom-Eisebnahngesellschaft streicht aufgrund eines hohen Krankenstands zahlreiche Züge.

Uelzen. Wegen eines Personal-Engpasses fallen in den kommenden Tagen viele Metronom-Züge aus. Das Eisenbahn-Unternehmen weist darauf hin, dass auf der Strecke zwischen Lüneburg und Hamburg-Harburg in beiden Richtungen einige Metronom-Bahnen durch Busse ersetzt werden, die allerdings mit 30- bis 60-minütiger Verspätung am Ziel ankommen.

Es betrifft vor allem den frühen Zug um 4.33 Uhr und mehrere Abfahrten am späten Vormittag.

Zudem fallen zwischen Hamburg und Bremen einzelne Züge ersatzlos aus, die als Verstärkung für Berufspendler eingesetzt wurden.

Hintergrund für das Personal-Problem ist ein hoher Krankenstand bei Metronom, während zugleich die Haupturlaubszeit für viele Mitarbeiter begonnen hat. Zudem hat es in der vergangenen Woche mehrere Suizidfälle auf den Metronom-Strecken gegeben. Die Lokführer dieser betroffenen Züge können wegen Traumatisierungen derzeit nicht eingesetzt werden, teilt Metronom mit. Das Unternehmen hofft, dass sich bis zum Ende der Woche die Lage wieder normalisiert. „Wir können nur mutmaßen, es hängt davon ab, zu wann unsere Mitarbeiter wieder genesen“, erklärt Pressesprecherin Hannah Kohn auf AZ-Nachfrage.

Bereits am vergangenen Freitag habe sich die Lage zugespitzt, am Sonnabend gab es schon erste Zugausfälle und Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. „Wir haben baldmöglichst einen Notfallplan entwickelt“, sagt dazu die Metronom-Sprecherin. „Wir bitten alle betroffenen Fahrgäste um Entschuldigung für die entstehenden Unannehmlichkeiten.“ Es sei noch nie vorgekommen, dass so viele Ausnahmesituationen zusammentreffen.

„Wir setzen alles daran, erfahrene Lokführer neu einzustellen, um die temporäre Unterbesetzung jetzt und auch in Zukunft auszugleichen“, erklärt Heinrich Strößenreuther, technischer Geschäftsführer. Demnach werden derzeit mehr als 15 Personen zu Lokführern ausgebildet, die künftig zur Verfügung stehen. Leihlokführer, die die Baureihen-Zulassung und Streckenkenntnis für Metronom aufweisen und somit kurzfristig aushelfen könnten, fehlen jedoch am Markt, sagt Strößenreuther.

Unterdessen ist noch keine Einigung im Tarifstreit mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL in Sicht, so dass auch weiterhin mit Streiks von Lokführern bei Metronom gerechnet werden muss. Die GDL knüpfe an die Aufnahme einer Schlichtung Vorbedingungen, die nach Angaben von Metronom den Unternehmenserfolg bei künftigen Ausschreibungen gefährde. Es sollen Tarifverträge unterzeichnet werden, die mit der Deutschen Bahn verhandelt und unterschrieben sind. „Diese Unterschrift zwingt uns in das Tarifdiktat der Bahn. Danach verhandelt die GDL künftig mit der Bahn unsere Löhne. Wir können unterschreiben oder werden weiter bestreikt. Und gleichzeitig beeinflusst die Bahn damit direkt unsere Chancen für jede weitere Ausschreibung. Das wäre das Ende von Metronom“, betont Strößenreuther.

Auf der Internetseite www.der-metronom.de ist der Fahrplan für den Schienenersatzverkehr zu finden.

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