Datenerhebung: Häufig Verspätungen wegen überholender Fernzüge

Metronom muss warten

Ein verspäteter ICE – Stillstand für Metronom: Regionalbahnen müssen halten, um den Fernverkehr überholen zu lassen. Das Ergebnis: Verspätungen. Foto: Huchthausen

Uelzen. Fahrgäste des Metronom müssen auf den Strecken zwischen Uelzen und Hamburg oder Göttingen immer wieder mit Verspätungen rechnen – einer der Gründe sind „außerplanmäßige Überholungen durch Fernzüge“.

„Das kommt oft vor“, bestätigt Hagen Tronje Grützmacher, Pressesprecher von Metronom, auf AZ-Nachfrage. Die Uelzener Eisenbahngesellschaft hat . zu diesem Thema „aus eigener Initiative und im Interesse der Fahrgäste“ eine Datenerhebung durchgeführt und die Ergebnisse an die Deutsche Bahn weitergereicht. „Jetzt werden wir gemeinsam schauen, wie man diese Situation verbessern kann“, erklärt Grützmacher.

Für Fahrgäste ist das jedes Mal ein Ärgernis: Der Metronom fährt pünktlich aus Uelzen ab in Richtung Hamburg – vor dem Bahnhof Bad Bevensen dann der erste Halt, minutenlang, bis ein verspäteter ICE vorbeirauscht. Dann geht’s auch für den Metronom weiter – mit Verspätung – nach Hamburg. Grützmacher kennt das zur Genüge: „Es gibt immer wieder Verspätungen durch außerplanmäßige Überholungen des Fernverkehrs und die können zum Teil auch erheblich sein“, weiß er, „wir hatten in einem Fall über 20 Minuten durch vier außerplanmäßige Überholungen.“

Derzeit werden die von Metronom erhobenen Daten bei der Bahn geprüft, erklärt der Metronomsprecher. „Eine abschließende Bewertung gibt es noch nicht.“

Auch Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis bestätigt, dass zu dem Thema Gespräche anstehen. Es werde untersucht, wie sich Verspätungen auf den Fern- und Nahverkehr auswirken. Er geht davon aus, dass die Ergebnisse im nächsten Jahr vorliegen werden. Aber: Nicht alle Überholungen entstünden durch verspätete ICE-Züge und würden dann auch Verzögerungen bei Metronom verursachen, betont er. Es gebe auch Überholungen, die im regulären Fahrplan von Metronom mit einkalkuliert seien. Bei Schnee und Eis verzeichne die Bahn stärker Verspätungen beim Fernverkehr.

Nach aktueller Gesetzeslage haben Fernzüge Vorrang vor Regionalbahnen. Das gilt ebenso für DB Regio-Züge wie für Metronom und den Heidesprinter Erixx, der wie berichtet ab 2014 auch auf der Strecke Uelzen – Braunschweig verkehren wird. Für das Uelzener Eisenbahn-Unternehmen steht wegen solcher Vorfälle einiges auf dem Spiel: Zum einen wollen Fahrgäste sich auf den Fahrplan verlassen können, weiß Grützmacher. Zum anderen seien die Verträge mit der Landesnahverkehrsgesellschaft leistungsbezogen: „Wenn wir unsere Leistung nicht erbringen, wird uns der Zuschuss eingeschränkt“, erklärt er. „Deshalb haben wir die Daten auch erhoben.“

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