Metronom hofft auf die Bahn

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Fahrkarten gibt es auch im Uelzener Bahnhof derzeit nur an den Automaten der Deutschen Bahn – der metronom-Apparat ist noch nicht aktiviert.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Dem großen Konkurrenten auch beim Fahrkartenverkauf ein Schnippchen schlagen – mit diesem Anspruch hat der metronom vergangenen Sonntag ein neues Kapitel an Eigenständigkeit aufgeschlagen:

Fahrgäste sollen künftig gezielt Tickets des Uelzener Eisenbahnunternehmens kaufen, so sollen hohe Provisionszahlungen an die Deutsche Bahn vermieden werden. Doch bei der termingerechten Umsetzung dieses Vorhabens hapert es: Noch längst sind nicht alle der 100 blaugelben Fahrkarten-Automaten aufgestellt – und wo sie schon seit Wochen stehen, etwa in Uelzen oder Lüneburg, funktionieren sie nicht. Es habe „witterungsbedingt einige Schwierigkeiten mit dem Aufstellen“ gegeben, räumte gestern metronom-Sprecherin Hannah Kohn ein. An das zentrale Computersystem könnten die Automaten aber erst angeschlossen und in Betrieb genommen werden, „wenn zumindest ein Großteil steht“.

Bis dahin hofft die private Eisenbahngesellschaft auf die Unterstützung der Bahn, die ihre Automaten auf kleineren Bahnhöfen wie Bienenbüttel abbauen will. „Wir setzen auf die Kooperation mit der Bahn und darauf, dass sie ihre Automaten stehen lässt, bis unsere funktionieren“, sagt Kohn. Zunächst sind die speziellen metronom-Fahrkartenangebote wie eigene Tageskarten nur in den neuen Servicecentern in Winsen/Luhe und Buchholz, sowie im Kundenzentrum in Uelzen erhältlich. „Das hatten wir anders geplant“, gesteht die metronom-Sprecherin. Sie hoffe, dass die Automaten nächste Woche in Betrieb genommen werden.

Trotz des holprigen Starts spricht metronom aber von einem gelungenen Betriebsstart in das neue Vertriebs- und Tarifsystem. Widersprüchliche Pressemeldungen hätten für Verwirrung gesorgt, tatsächlich hätten sich die Fahrgäste aber seit Sonntag auch vom neuen Fahrkartenservice überzeugt, heißt es in einer Pressemitteilung. Wenn die metronom-Fahrkartenautomaten funktionieren, kann man an ihnen neben den Nahverkehrstickets auch DB-Pauschalangebote wie das Schöne-Wochenend- und das Niedersachsen-Ticket lösen. Fernfahrkarten und Sparpreise für Schnellzüge gibt es an den Automaten aber nicht. Stattdessen muss man eine Fahrkarte „Anfangsstrecke“ für 15 Euro erwerben, die beim Kauf einer Fernfahrkarte im nächstgelegenen DB-Reisezentrum angerechnet wird – allerdings nicht auf Sparpreise.

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