Metronom greift wieder an

Der Metronom wächst als Konkurrent zur Deutschen Bahn.

Uelzen/Buchholz - Von Carlo Eggeling. Bahnfahren kann billiger, aber auch komplizierter werden: Von morgen an bietet Metronom an rund 100 eigenen Fahrkartenautomaten auch eigene Tickets an. Mit Tages- und Gruppenkarten, die nur in den Metronomzügen gelten, will das Uelzener Eisenbahnunternehmen günstiger sein als der Mitbewerber Deutsche Bahn. Doch Vorsicht ist geboten: Das Metronom-Ticket gilt nicht in Verkehrsverbünden wie dem HVV.

Nach außen hin geben sich Vertreter von Bahn und Metronom moderat, doch hinter den Kulissen liegen die Konkurrenten über Kreuz. Kurz vor dem am Sonntag inkraft tretenden Fahrplanwechsel waren Tarifkooperationen gestern Vormittag noch nicht unterschrieben, am Nachmittag sollte es weitere Verhandlungen geben. Metronom baut ein Vertriebssystem mit einigen eigenen Angeboten auf. Gestern stellte die Gesellschaft ihr Projekt in Buchholz vor. ,,Die Vertriebsprovisionen der Bahn sind sehr hoch“, sagte Metronom-Chef Wolfgang Birlin. Genau dieses Geschäft will die Privatbahn nun selber machen. Damit greifen Birlin und seine Mitarbeiter den ehemaligen Monopolisten ein weiteres Mal an. Denn bislang hatte die Bahn mit ihrem alleinigen Vertriebsnetz nach Einschätzung von Konkurrenten gutes Geld verdient.

Die neue Situation soll für den Kunden keine Auswirkungen haben, betonen Bahn und Metronom. Aber daran hat der Fahrgastbeirat Zweifel: An kleineren Bahnhöfen wie Bienenbüttel baut die DB ihre Automaten ab, an den Apparaten der Metronom sind dann deren sowie DB-Angebote wie das Niedersachsen-Ticket zu haben. Allerdings kann der Kunde beispielsweise kein Billett mehr von Bienenbüttel nach München lösen. Er soll dann eine Fahrkarte namens ,,Anfangsstrecke“ für 15 Euro ziehen können. Wechselt er zur Bahn, muss er entweder am DB-Schalter oder im Zug ein weiteres Ticket lösen. Die 15 Euro werden angerechnet. Anerkennen will Metronom IC-Monats- oder Jahreskarten von Pendlern.

Wie berichtet, will die italienische Staatsbahn den deutschen Part des Arriva-Konzerns übernehmen. Arriva hält Anteile an Metronom. Welche Auswirkungen das haben wird, konnte Geschäftsführer Birlin noch nicht sagen.

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