50 Millionen Zugkilometer in acht Jahren: Das Uelzener Unternehmen wächst und feiert

Metronom – 1250 Mal um die Erde

Führungsmannschaft vor dem Jubiläums-Zug beim Fototermin: Die scheidenden Geschäftsführer Heinrich Strößenreuther und Wolfgang Birlin mit den Nachfolgern Frank Höhler und Jan Görnemann (von links) Fotos: Ph. Schulze

Uelzen. Als am späten Abend des 14. Dezember 2003 der erste Metronom aus dem Hamburger Hauptbahnhof in Richtung Uelzen rollt, erregt der blaugelbe Zug mit den Doppelstockwagen noch Aufmerksamkeit auf den Stationen.

Knapp acht Jahre später gehört das Uelzener Eisenbahnunternehmen längst zum Alltagsbild – „aber damals muss dieser Auftrag einigen vorgekommen sein wie eine Weltraummission“, erinnerte Hans-Joachim Menn, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) gestern Mittag auf der Jubiläumsfahrt.

Denn mittlerweile hat der Metronom die Grenze der 50 Millionen gefahrenen Kilometer überschritten. Und aus der „Weltraummission“ sei keine „Mission Impossible“, sondern eine Erfolgsstory entstanden, so Menn.

Die LNVG hat als 100prozentige Tochter des Landes Niedersachsen die Aufgabe, ein bedarfsgerechtes Verkehrsangebot im öffentlichen Nahverkehr zu schaffen. Dass man sich dabei auf der Schiene nicht nur der Deutschen Bahn bediente, galt zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts noch als Sensation. Mittlerweile sind Privatbahnen allgegenwärtig, Metronom gehört zu den größten privaten Eisenbahn-Unternehmen in Deutschland und betreibt in Uelzen eines der modernsten integrierten Eisenbahnwerkstätten für elektrische Lokomotiven und Reisezugwagen in Deutschland.

Totales Rauch- und Alkoholverbot schon seit 2009, kostenlose Sitzplatzreservierungen für Pendler (die es bald wieder geben soll) – bei Metronom läuft schon immer alles etwas anders. Und das war auch beim gestrigen Festakt so: der wurde nämlich zunächst auf der Schiene gefeiert. Von Uelzen nach Unterlüß und zurück rollte der Sonderzug, die Gäste konnten so während der Grußworte die Wald- und Heidelandschaft genießen.

So erinnerte Hans-Joachim Menn nochmal an die Anfänge: Mit zehn Lokomotiven und 66 Doppelstockwagen war Metronom im Dezember 2003 gestartet, „mit diesem Fuhrpark wären die 50 Millionen Zugkilometer erst im Jahr 2022 voll gewesen“, so der LNVG-Chef. Doch das Streckennetz wurde ständig erweitert, mittlerweile sind 40 Loks und 220 Waggons auf einem 510 Kilometer langen Streckennetz im Einsatz.

Und die Erfolgsgeschichte des Metronom spricht sich in Fachkreisen auch international herum, betonte Michael Fohrer von der Firma Bombardier, die den Fuhrpark von Metronom produziert. So habe man jüngst einen Kaufvertrag mit polnischen Eisenbahnern abschließen können, nachdem diese sich bei drei Besuchen im Uelzener Werk von der Leistungsfähigkeit der Züge überzeugen konnten.

Gefahren ist Metronom mit diesen Zügen mittlerweile eine Strecke, die 1250 Erdumrundungen entspricht, so Fohrer. 240 000 Instandhaltungsstunden seien geleistet worden – und man habe als Resultat Züge, die im Sommer und Winter durchhalten, da hätten andere Gesellschaften ja bekanntlich Probleme.

Und auch Hans-Joachim Menn verwies ausdrücklich darauf, dass das Uelzener Unternehmen bei Zugausfällen positive Maßstäbe gesetzt habe, mit denen sich andere nach wie vor schwer tun – auch das sei ein Verdienst der Mitarbeiter.

Von Thomas Mitzlaff

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