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Messer-Einsatz auf Uelzener Sportplatz

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Von: Norman Reuter

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Es wurde Fußball gespielt. Dann aber kommt es zu einer gefährlichen Körperverletzung.
Es wurde Fußball gespielt. Dann aber kommt es zu einer gefährlichen Körperverletzung. © Agenturen

Der Verein „Jugendhilfe“, der sich in Uelzen um straffällig gewordene Heranwachsende kümmert, bekommt einen weiteren Klienten. Das Uelzener Amtsgericht hat einen 18-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung dazu verurteilt, am Gewaltpräventionsprogramm des Vereins teilzunehmen.

Uelzen – Der Teenager K. lernt im Programm beispielsweise, das eigene Verhalten zu reflektieren; oder mit Provokationen gelassen umzugehen. So wie der Teenager sie nach Überzeugung des Gerichts am 24. April dieses Jahres auf einem Sportplatz im Stadtgebiet erlebt, dort dann aus Wut ein Messer zieht und einen 14-Jährigen leicht am Arm verletzt.

Der 18-Jährige ist an diesem Tag mit seiner damaligen Freundin (14 Jahre) spazieren, als er mit ihr am Sportplatz vorbeikommt, wo zu diesem Zeitpunkt Jugendliche Fußballspielen. Was dann passiert, dazu werden vor Gericht unterschiedliche Abläufe geschildert. Neben dem Angeklagten werden dessen damalige Freundin, der Verletzte (14 Jahre) und fünf Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren vom Sportplatz gehört. Einigkeit herrscht insoweit, als dass es zunächst zu ein Gespräch zwischen dem Paar und dem späteren Verletzten kommt, weil ein Streit aus der Vergangenheit auf-

gearbeitet werden soll. „Es sind sich die Hände gegeben geworden. Damit war für mich die Sache aus der Welt“, sagt K.

Als seine damalige Freundin und er sich wieder auf den Weg gemacht hätten, seien zunächst üble Beleidigungen zu hören gewesen, dann seine Freundin vom Fußball getroffen worden und letztlich sogar Steine in ihre Richtung geflogen. „Ich bin Beleidigungen gewohnt“, sagt K. vor Gericht, aber dass seine damalige Freundin angegangen wird, habe er nicht wortlos hinnehmen wollen. Seiner Darstellung nach ist er auf den späteren Verletzten losgegangen und habe ihm einen Schlag versetzt. Ein Messer sei nicht im Spiel gewesen. Jugendliche vom Sportplatz äußern sich anders im Zeugenstand, berichten von einem Messer, das K. gezogen haben soll, um zunächst den Fußball kaputtstechen zu wollen, davon letztlich aber ablässt und, als ein „Verpiss dich“ fällt, auf den 14-Jährigen losgeht.

Es ist eine Darstellung, wenngleich sie vereinzelt variiert, der das Gericht Glauben schenkt. Immer wieder wird auch das Messer beschrieben, mit Schlagring ähnlichem Griff und gebogener Klinge. Jugendrichterin Ohl: „Ich gehe davon aus, dass nicht alle gelogen haben, was das Messer betrifft.“

Dem Angeklagten hält sie aber zugute, dass die Jugendlichen nicht unbeteiligt sind. Mehrfach wird auch von Zeugen dargestellt, dass der Ball wohl bewusst auf das Mädchen geschossen wurde, auch wenn der Verantwortliche vor Gericht aussagt, dass dies ein Versehen gewesen sei.

Die Richterin: Die Jugendlichen hätten ihres dazu beigetragen. Ohl mahnt aber auch in Richtung K.: „Der Einsatz von einem Messer ist gefährlich.“ Das Gewaltpräventionsprogramm müsse besucht werden, sonst drohe ihm ein Beuge-Arest. nre

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