Aus dem Gericht: Angriff vor der Kneipe

Messer-Attacke: Vater aus Kreis Uelzen droht lebenslange Haft

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Eine zwölf Zentimeter lange Schnittwunde soll der Angeklagte dem Opfer mit dem Messer zugefügt haben.

Uelzen/Lüneburg – Der Angeklagte und sein vermeintliches Opfer sind sich vorher nie begegnet. In den Morgenstunden des 29. Juli vergangenen Jahres treffen sich ihre Blicke vor einer Kneipe an der Uelzener Gudesstraße.

Wenige Sekunden später soll der 48-jährige Familienvater aus der Samtgemeinde Aue den 22-Jährigen mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Der junge Mann überlebte mit viel Glück dank einer Notoperation.

Gestern begann der Prozess gegen den Lkw-Fahrer vor der 4. Großen Strafkammer des Schwurgerichts am Landgericht Lüneburg. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als versuchten Mord. Die Messer-Attacke sei heimtückisch und aus niederen Beweggründen gewesen. Der Beschuldigte, der seit Dezember in Untersuchungshaft sitzt, hat laut Anklage mit einem Klappmesser auf den jungen Mann eingestochen, weil dieser ihn angeguckt hat. Im Fall einer Verurteilung droht dem 48-Jährigen lebenslängliche Haft.

„Dass er ein Messer bei sich hat, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt das Opfer gestern aus. Die Attacke sei völlig unvermittelt gekommen. „Ich habe es wie einen Griff an den Hals wahrgenommen. Ich wusste erst gar nicht, was los ist – und dann war alles voller Blut.“

Neben versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung soll der Angeklagte nach der Tat dem Bruder des Opfers mit dem Tod gedroht haben. „Er hat die Hand über seine Kehle gezogen und zu meinem Freund gesagt: ‘Du bist der Nächste’“, berichtet eine Zeugin.

VON SANDRA HACKENBERG

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