Teure Entsorgung

Mergelkuhlen verkommen zur Mülldeponie

UELZEN-WESTERWEYHE- Reifen liegen am Wegesrand. Alle paar Meter von der Industriestraße in Westerweyhe Richtung Wald bildet sich ein Haufen. Tiefer in den Wald hinein, ist ein noch größerer Berg angewachsen: Die historischen Mergelkuhlen bei Westerweyhe verkommen zu einer wilden Mülldeponie.

Möbelstücke, Farbeimer und anderer Sondermüll türmen sich in einer rund 20 Meter tiefen Mulde, zum Teil schon begraben unter Laub. Der Landkreis bezeichnet den Bereich als „Problemzone“, mit ähnlichen Fällen – verteilt über den gesamten Kreis – werde das Umweltamt regelmäßig konfrontiert, berichtet Kreissprecher Martin Theine. „Eine Statistik darüber existiert jedoch nicht.“

Für die Entsorgung von „wilden Müllablagerungen“ seien im Kreishaushalt 2000 Euro eingestellt. „Diese Mittel waren in der Vergangenheit stets ausreichend“, berichtet Theine. Im Fall Westerweyhe will der Landkreis mit Polizei, Stadt und Flächeneigentümer Kontakt aufnehmen, um weitere Müllablagerungen langfristig zu verhindern, erklärt Theine.

Das bestätigt auch die Stadt Uelzen. Über das Problem soll bei der Sitzung des Ortsrates Westerweyhe am 24. April beraten werden, teilt Stadtsprecherin Ute Krüger mit. Für Friedrich Kaune aus Bohlsen ist die wilde Deponie ein Ärgernis: Vor dem Hintergrund, dass der Landkreis häufig an dieser Stelle widerrechtlich entsorgten Müll beseitige, müsse nun eine dauerhafte Lösung gefunden werden, erklärt er. Als Privatperson und als Mitglied beim Naturschutzbund hat er Stadt, Ortsrat und Landkreis aufgefordert, Maßnahmen dagegen zu beschließen, zum Beispiel Wegeschranken mit Durchlass für Passanten und Fahrradfahrer und eine Sicherung der Abbruchkanten durch einen Zaun oder Dornensträucher.

„Die Stadt Uelzen kann die Wirtschaftswege entlang der Mergelkuhlen nicht sperren, weil sie als öffentliche Wege für den Verkehr uneingeschränkt gewidmet sind“, berichtet Ute Krüger auf AZ-Nachfrage. Sollten dort keine Fahrzeuge mehr fahren dürfen, müsste der Weg zunächst rechtlich umgewidmet werden.

An den Beratungen über die Chance einer Umwidmung und über Wegeschranken oder andere Maßnahmen soll der Ortsrat beteiligt werden.

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