Stadt Uelzen und Investor versuchen, für Klarheit in der Gerüchteküche zu sorgen

Menü „Marktcenter“ brodelt

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Erklärungsbedarf (von links): Karsten Scheele-Krogrull, Helmut Schaube (Geschäftsführer HBB), Reinhard Mussehl und Sven Ossarek (beide Projektentwickler HBB) kämpfen seit der Ankündigung vom 2. Oktober, den Baubeginn des Marktcenters zu verschieben, gegen Spekulationen an.

Uelzen. Die Gerüchteküche brodelt – im Menü „Marktcenter“ wird kräftig gewürzt. Je nach Interessenslage und Standpunkt werden die Zutaten gemischt.

Spätestens seitdem die Hanseatische Bau- und Betreuungsgesellschaft als Investor eine Verschiebung des Baubeginns in den nächsten Herbst beantragt und vom Stadtrat bewilligt bekommen hat, haben Spekulationen Hochkonjunktur.

Jüngste Parole, die durch die Marktstraßen der Uhlenköperstadt wabert: Ein Interessent habe sich angeblich beim Investor erkundigt, ob er denn noch Geschäftsräume im Marktcenter mieten könne. Daraufhin habe ihn HBB brüsk abgewiesen und das Projekt insgesamt in Frage gestellt. Mit diesem Gerücht konfrontiert, hieß es auf AZ-Anfrage gestern aus der HBB-Zentrale in Hamburg: „Wir warten auf einen Generalunternehmer und sein Okay. In sechs Wochen soll der Generalunternehmer gefunden sein, dann organisiert er die Ausschreibung der einzelnen Gewerke.“ Auf die ergänzende AZ-Nachfrage, dass das Projekt also nicht gefährdet sei, antwortete die HBB-Mitarbeiterin: „Dann würden wir ja keinen Generalunternehmer mehr suchen.“ Der für das Marktcenter in Uelzen direkt verantwortliche Projektleiter Sven Ossarek war gestern nicht zu erreichen.

Erreichbar und gesprächsfreudiger war dagegen Karsten Scheele-Krogull, Baudezernent im Rathaus und mit den Vertragsmodalitäten rund um das Marktcenter bestens vertraut: „Nein. Definitives Nein. An diesen Gerüchten ist nichts dran. Es spricht nichts, aber auch rein gar nichts für ein Scheitern des Baus.“ Unmissverständlich machte Scheele-Krogrull klar, dass es das „Marktcenter in leicht veränderter Bauweise geben wird“.

Zur Erinnerung: Diese modifizierte Variante dürfte auf die vom Investor angeführten „explodierenden Baukosten“ zurückzuführen sein. HBB hatte vor zwei Wochen angekündigt, den Entwicklungen in der Baubranche Rechnung zu tragen und das Projekt nach eigenen Worten „zu optimieren“.

Was die genannten Gerüchte angeht, hatte Uelzens Baudezernent eine Erklärung parat: „Vielleicht bezog sich die Anfrage des interessierten Geschäftsmannes auf Flächen im Erdgeschoss. Die aber vermietet nicht HBB, sondern der im Erdgeschoss angesiedelte Ankermieter REWE. HBB ist bei der Vermietung lediglich noch für zwei bis drei kleinere Flächen im Obergeschoss verantwortlich. Die überwiegende Fläche im Obergeschoss hat MediaMarkt angemietet.“ Dass die Mietverträge zwischen HBB und den großen Magneten MediaMarkt und REWE „in trockenen Tüchern“ sind, bestätigte Scheele-Krogrull: „Wir haben im Rathaus die entscheidenden Auszüge der Verträge vorliegen. Da ist alles okay.“

In dem Zusammenhang stellte der Baudezernent die Ernsthaftigkeit des Investors heraus: „HBB hat in Uelzen mittlerweile rund um das Marktcenter-Projekt – inklusive der Vorarbeiten zuz Aufmöbelung von Schuh- und Mühlenstraße – 2,5 Millionen Euro investiert. Ohne bisher einen einzigen Stein gesetzt zu haben. Und: Das Geld aus dem Grundstückskauf für das Marktcenter und die anteilsmäßigen Kosten für Erschließungskosten beim Kreisverkehr und bei Ausgleichsmaßnahmen im Bereich der Ilmenau sind auf dem Konto der Stadt. Das ist ein siebenstelliger Betrag.“ Im übrigen stünde der nächste Gesprächstermin mit HBB bereits fest. Stadt und Investor setzten sich nach Auskunft von Scheele-Krogrull in der übernächsten Woche zusammen. „Dann geht es um die konkrete Planung in der Schuhstraße, für die HBB ebenfalls verantwortlich ist. Dort stehen in absehbarer Zeit die notwendigen Abrissarbeiten an.“ Denn: „Die von der Stadt genehmigte Verschiebung des Baubeginns bezieht sich ausschließlich auf das Marktcenter. „

Von Andreas Becker

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