Mensa für Oberschule benötigt / Kinder nutzen derzeit Nordzucker-Kantine

Essen in der Kulturnhalle?

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Noch wird in der Kulturnhalle in Uelzen Theater gespielt und musiziert, es gibt aber Überlegungen die frühere Turnhalle zu einer Mensa umzubauen.

Uelzen. Einen Anlauf für einen Mittagstisch hatte die Theodor-Heuss-Realschule schon einmal genommen, hatte den Service aber schließlich wieder eingestellt: Die Zahl der Schüler, die vom Angebot Gebrauch machten, war zu gering.

Mit dem Umbau der Bildungseinrichtung zur Oberschule Uelzen entstand nun jedoch eine verpflichtende Ganztagsschule. In der Praxis bedeutet das: Bereits die Fünftklässler haben an zwei Tagen in der Woche, montags und mittwochs, bis 15. 30 Uhr Unterricht und wollen nach der Mittagspause nicht hungrig wieder in die restlichen Schulstunden gehen. Um die Versorgung mit einem warmen Essen zu gewährleisten, wurde mit Alexander Barth, dem Betreiber der Nordzucker-Kantine, eine Vereinbarung getroffen: „Der Betreiber nimmt die Jungen und Mädchen dankenswerterweise zum Mittagstisch“, schildert Imke Pape, kommissarische Rektorin der Oberschule. Wegen des Fußmarsches für die Steppkes sei dies aber keine langfristige Lösung. Eine Idee deshalb: Die Kulturnhalle auf dem Schulgelände an der Ebstorfer Straße könnte zur Mensa umgebaut werden. „Kultur und Essen könnten damit unter einem Dach stattfinden“, formuliert es Pape. Dies sei eine erste Überlegung, die noch hinsichtlich des baulichen Aufwands und die dadurch entstehenden Kosten zu überprüfen sei. Für einen Umbau zuständig wäre der Landkreis, der seit Jahresbeginn Träger der weiterführenden Schulen in Uelzen ist.

Dass sich Essen am Mittag und Kultur am Abend miteinander vereinbaren lassen, ist für Georg Lipinsky, der in den 1980er Jahren mit dem Kulturkreis Uelzen die einstige Turnhalle an der Ebstorfer Straße zu einer Kulturstätte umgebaut hatte, schwer vorstellbar. Aus einem pragmatischen Grund heraus: Die Tische und Stühle müssten an Veranstaltungstagen weg und eine Bestuhlung aufgestellt werden. „Das wäre immer ein großer Aufwand“, sagt er. Lipinsky befürchtet, dass auch rechtliche Bestimmungen gegen eine Doppelnutzung sprechen könnten. Dass diese künftig als Mensa genutzt werden könnte, sieht Lipinsky aber auch als Chance. Nach dem Tod von Reinhard Schamuhn ist die Zukunft des Kultur-Speichers an der Rosenmauer noch ungeklärt. Lipinsky hatte angeregt, dass auch dort die Veranstaltungen des Kulturkreises stattfinden könnten. „Würde sich diese Möglichkeit ergeben und könnte der Speicher dadurch gehalten werden, würde ich mit einer Träne im Knopfloch die Kulturnhalle aufgeben“, so Lipinsky.

Von Norman Reuter

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