2019 zwölf tödliche Unfälle

Die meisten Verkehrstoten im Land: Uelzen Schlusslicht unter allen 37 Landkreisen

Im Landkreis Uelzen ereigneten sich 2019 zwölf Unfälle mit tödlichem Ausgang. In Niedersachsen ist die sogenannte Totenhäufigkeit nirgendwo höher.
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Im Landkreis Uelzen ereigneten sich 2019 zwölf Unfälle mit tödlichem Ausgang. In Niedersachsen ist die sogenannte Totenhäufigkeit nirgendwo höher.
  • Lars Becker
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Uelzen – Zwölf Unfälle mit tödlichem Ausgang stehen für den Landkreis Uelzen im Sicherheitsbericht zum Verkehrsunfallgeschehen 2019 zu Buche.

Die Unfallkommission der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen hat diese Zahl in Relation zu allen anderen Landkreisen in Niedersachsen gesetzt – und kommt zu dem traurigen Ergebnis, dass die sogenannte Totenhäufigkeit pro 100 000 Einwohner nirgendwo höher ist.

Für den Landkreis Uelzen, der zum Stichtag 31. Dezember 2019 laut Landesamt für Statistik exakt 92 389 Einwohner aufwies, liegt der Wert der Totenhäufigkeit bei Verkehrsunfällen demnach bei 12,99. Dieser Wert ist mehr als sechs Mal so hoch wie der des Landkreises Hameln-Pyrmont (148 549 Einwohner/drei Unfalltote), der mit 2,02 auf dem ersten Platz liegt. Der Landkreis Lüneburg (184 139/7) liegt mit einem Wert von 3,8 auf Rang sieben, der Landkreis Lüchow-Dannenberg (48 412/4) mit 8,26 auf Platz 28.

Die Zahl der tödlich verunglückten Personen im Landkreis Uelzen befinde sich spätestens seit 2016 in einem stabilen Aufwärtstrend, den es zu stoppen gelte, heißt es im Sicherheitsbericht der Polizei. Erfasst wurde auch die Zahl der Schwerverletzten. Hier liegt die Häufigkeitszahl für den Landkreis Uelzen bei 85,5. 79 Personen wurden 2019 bei Unfällen im Kreisgebiet schwer verletzt, auch dieser Wert wurde dann zur besseren Vergleichbarkeit mit den anderen Landkreisen Niedersachsens auf 100 000 hochgerechnet. Mit diesem Wert liegt der Landkreis auf Position 23 – im Landesvergleich also in der hinteren Hälfte. „Der Blick auf die Tendenz der letzten zehn Jahre lässt sich nicht wirklich positiv interpretieren. Die Werte verharren mit regelmäßigen Ausschlägen nach oben nach wie vor auf hohem Niveau“, so die Unfallkommission in ihrem Bericht.

Schließlich wurden die Zahlen der polizeilich erfassten Unfälle nur außerhalb geschlossener Ortschaften mit Personenschäden (Tote, Schwer- und Leichtverletzte) nach Straßenklassen sortiert. „Hier fällt auf, dass 2019 im Landkreis Uelzen eine deutlich höhere Zahl von Verkehrsunfällen mit Personenschäden auf Bundes- und Landesstraßen registriert wurde“, heißt es. 58 Unfälle (37,18 %) gab es auf Bundes-, 42 (26,92 %) auf Landes-, 41 (26,28 %) auf Kreis- und nur 15 (9,61%) auf Gemeindestraßen.

Aus Sicht der Geschäftsführung der Unfallkommissionen bleibe festzuhalten, dass die aktuelle Situation in allen drei Landkreisen – also auch in Lüneburg und Lüchow-Dannenberg – zumindest mittelfristig weitergehende Überlegungen und Maßnahmen erforderlich machen solle. „Insofern erscheint es auch unrealistisch, den hier dargestellten Status Quo als zufriedenstellend hinzunehmen, geht es doch letztlich um Leib und Leben – auch Unbeteiligter.“

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