Jetzt gibt es die Grundlage für weitere Anlagen im Landkreis Uelzen

„Meilenstein in Sachen Windkraft“

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Für den Bau neuer Windkraftanlagen im Landkreis Uelzen wurde jetzt die Grundlage geschaffen. Das Regionale Raumordnungsprogramm ist in Kraft getreten.

Uelzen/Landkreis – Investoren für neue Windkraftanlagen im Landkreis haben bereits Geld in Planungen gesteckt. Sie stehen in den Startlöchern – und das nicht seit gestern.

Doch zum Errichten von Windrädern fehlte bislang eine wichtige Grundlage: ein genehmigtes Raumordnungsprogramm für die Region, mit dem die zusätzlichen Flächen für die Anlagen ausgewiesen werden.

Nach acht Jahren der Planungen, Beratungen und immer neuer Rückschläge im Genehmigungsverfahren (AZ berichtete) ist nun gestern das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) für den Landkreis Uelzen in Kraft getreten.

Statt bisher etwa 800 Hektar stehen damit jetzt etwa 2000 Hektar an Windenergieflächen im Landkreis Uelzen zur Verfügung. Das entspricht etwa 1,3 Prozent der Landkreisfläche.

Der Bauernverband Nord-Ost-Niedersachsen berät und unterstützt fünf Gruppen im Landkreis Uelzen, die neue Bürgerwindparks errichten wollen, mit fachlichem Wissen. Dazu hat der Bauernverband eine Projektentwicklungsgesellschaft gegründet. Für sie arbeitet Steffen Föllner. Er sagt gestern zu dem in Kraft getretenen Raumordnungsprogramm: „Das ist ein Meilenstein in Sachen Windkraft im Landkreis Uelzen“.

Wer neue Windkraftanlagen in der Region errichten wolle, habe jetzt eine größere Planungssicherheit. Nun könnten detailliert Flächen betrachtet und Gutachten auch in Auftrag gegeben werden, so Föllner. Denn man muss wissen: Das RROP ist noch kein Freibrief für einen Baustart – Windkraftanlagen müssen noch jeweils separate Genehmigungsverfahren durchlaufen. Aber es sei nun eine Grundlage geschaffen worden, sagt Föllner.

Das RROP ist nicht nur bedeutsam für die Planer von Windkraftanlagen. Auch für die Verkehrsplanung, die Rohstoffgewinnung oder die Siedlungsentwicklung trifft es wichtige Aussagen. Knapp formuliert: Mit dem Raumordnungsprogramm wird festgelegt, wie Gebiete im Landkreis Uelzen künftig genutzt werden können.

Der Weg bis zum gültigen Raumordnungsprogramm war steinig. Mehrfach musste es überarbeitet und die Bevölkerung angehört werden. Mal erfüllte es nicht die gestellten Vorgaben, mal wurden geschützte Vogelarten in ausgeguckten Windenergiegebieten entdeckt. Der Landkreis Uelzen spricht von einem „Mammut-Verfahren“, das es nun über die Ziellinie geschafft habe. Allerdings: Ein Stolperstein droht womöglich noch. Gegen das aufgestellte RROP kann geklagt werden.

VON NORMAN REUTER

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