Kommentar zum Thema Wolf in Niedersachsen 

Ein Meilenstein für Mensch und Wolf

+
(Symbolbild)

Kennen Sie noch den Wolfskrankenwagen? Jenes Gefährt, das vergangenes Jahr bundesweit in die Schlagzeilen kam und auch in Talkshows immer wieder ein Thema war, wenn es um die Verbreitung des Wolfs in Deutschland ging?

Stadt und Region Hannover hatten den eigens für den Transport „verletzter Großbeutegreifer“ konstruierten Anhänger angeschafft, samt Heizdecke, Trage und bissfesten Handschuhen. Nun hatte man am Kröpke bislang noch kein Raubtier gesichtet, ein verletztes schon gar nicht – aber man kann ja nie wissen...

Der Wolfskrankenwagen war zu jener Zeit vorgestellt worden, als die Auseinandersetzung zwischen Wolfsfanatikern beider Seiten auf den Höhepunkt zutrieb. Während Weidetierhalter um ihre Herden bangten und Kindergärten ihre Spielplätze umzäunten, tobte eine ideologisch verbrämte Auseinandersetzung, für die das tierische Rettungsdienst-Fahrzeug ein nur allzu treffendes Symbol war.

Und während die Regierungs-Grünen in der fernen Landeshauptstadt ihrer Wolf-Verherrlichung frönten und in der hiesigen Region die Unsicherheit auch dank der systematischen Desinformation aus dem zuständigen Ministerium wuchs und wuchs, wurden andernorts Fakten geschaffen. Unbekannte griffen zum Gewehr und lösten das Problem auf ihre Art.

Um das hier nochmal ganz deutlich zu sagen: Ein solches Verhalten ist natürlich nicht zu rechtfertigen, sondern eine Straftat, die verfolgt und geahndet werden muss. Aber es war der traurige Höhepunkt einer Entwicklung, die völlig aus dem Ruder gelaufen war.

Umso erfreulicher ist es, was in dieser Woche aus dem nunmehr SPD-geführten Umweltministerium zu hören ist. Niedersachsen startet eine Initiative im Bundesrat für einen sachlichen Umgang mit dem Raubtier. Die Akzeptanz auf dem Lande sei der Schlüssel für einen erfolgreichen Artenschutz, sagt Umweltminister Olaf Lies, der auch schon in seinem vorherigen Amt als Wirtschaftsminister durch unaufgeregte Sachlichkeit erfreute. Und der Minister sagt auch: Ein bedingungsloser Schutz auch problematischer Wölfe führe in eine Sackgasse.

Als Vorbild führt Niedersachsen nunmehr das Wolfsmanagement in Frankreich an. Dort steht nicht das Tier über dem Menschen, sondern es gibt Abgrenzungen. Der strenge Schutz der Wölfe bleibt gewahrt, doch um die Bürger zu schützen, ist es dort möglich, problematische Tiere zu töten.

25 Wölfe gibt es im Landkreis Uelzen, ihre Zahl wächst ständig. In Niedersachsen sind es bereits 19 Wolfsrudel. Zeit für eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Und es ist gut zu sehen, dass in diesen turbulenten Zeiten Regierungen in Deutschland offenbar auch noch an Sachlichkeit orientiert arbeiten können, anstatt großes Schmierentheater zu veranstalten. Bleibt zu hoffen, dass sich Niedersachsen mit seiner Wolfsinitiative im Bundesrat durchsetzen kann.

Von Thomas Mitzlaff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare