Museum im Schloss will Industriegeschichte in einer Ausstellung beleuchten

Mehr als Zucker und Bier

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Prägten einst das Stadtbild: Die Asbest- und Kieselgurwerke an der Eschemannstraße. Mithilfe von Fotografien will das Museum die Uelzener Industriegeschichte darstellen. 

nre Uelzen-Holdenstedt. Eine Industriestadt vom Schlage Duisburgs oder Essens war Uelzen nie.

Und doch: Auch hier entstanden in den vergangenen 150 Jahren eine Reihe von Fabriken, die nicht nur Arbeitsplätze schafften, sondern auch auf vielfache Weise die Geschichte der Stadt prägten. Für das Museum Schloss Holdenstedt Grund genug, ab dem 1. Juli eine Ausstellung diesem, wie Museumsleiter Ulrich Brohm erklärt, „bisher wenig beachteten Kapitel der Stadtgeschichte“ zu widmen.

Die Zuckerfabrik und „Hasse und Sohn“ sind Unternehmen, die im 19. Jahrhundert in Uelzen entstanden sind und auch heute noch produzieren. Andere Betriebe, wie die Asbest- und Kieselgurwerke, die Molkerei Uelzen oder die Firma Jabelmann, existieren nicht mehr – und auch die Produkte, die die Werke verließen, sind nur in wenigen Fällen noch erhalten.

Auch Gegenstände, die an Betriebe erinnern, werden gesucht.

„Es waren nun mal in der Regel keine typischen Sammlerobjekte, die dort hergestellt wurden und so hat auch nur wenig seinen Weg ins Museum gefunden“, schildert Brohm. Die Organisatoren der Ausstellung hoffen aber, dass Gegenstände, die von Uelzens Industriegeschichte erzählen, die Zeit überdauert haben. Sie werden jetzt für die Schau gesucht. Denn das Museum will Uelzener Betriebe von einst möglichst anschaulich vorstellen. Die Organisatoren fragen: Gibt es vielleicht in dem einen oder anderen Uelzener Haushalt noch Gegenstände aus einer der Uelzener Industriebetriebe? Haben Sie oder die Eltern vielleicht in einem der Industriebetriebe gearbeitet und aus dieser Zeit Fotos, Urkunden, Prospekte, Warenmuster oder anderes aufbewahrt?

Die geplante Ausstellung zur Uelzener Industriegeschichte wird bis Ende Oktober während der Öffnungszeiten des Museums im Schloss zu besuchen sein. Für diesen Zeitraum bitten die Organisatoren um die Gegenstände als Leihgabe an das Museum. Wer ein Objekt zur Ausstellung beitragen kann, mag sich bei Museumsleiter Ulrich Brohm melden – unter der Telefonnummer (05 81) 60  37 oder per Mail unter info@schloss-holdenstedt.de . Im Gespräch mit Brohm sind auch Details zu klären.

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