Kleinere Klassen an den Schulen

Mehr Zeit für mehr Förderung

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Uelzen. 34 Schüler in einem Klassenraum wird es ab dem nächsten Schuljahr voraussichtlich nicht mehr geben. Die niedersächsische Landesregierung hat beschlossen, dass in vielen Jahrgängen von Grundschulen und Gymnasien die Schülerzahlen pro Klasse gesenkt werden sollen.

Für die Schulen im Landkreis Uelzen heißt es nun: kurzfristig umstrukturieren.

„Über den Landesschülerrat mit dem Uelzener Constantin Wendt als Vertreter und den Landeselternrat mit Vertreter Mike Finke aus Räber ist die Verkleinerung von Klassen als zentraler Wunsch an mich herangetragen worden“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer. In den Grundschulen werden die ersten und dritten Klassen von 28 auf 26 Schüler reduziert, ebenso die fünften Klassen in Gymnasien und Realschulen.

Die Klassen im zehnten Jahrgang an den Gymnasien und den gymnasialen Zweigen der Kooperativen Gesamtschulen verringern sich von 32 auf 26 Schüler. „Bei der Entscheidung standen wir vor der Frage, ob wir mit den freiwerdenden Kapazitäten durch zurückgehende Schülerzahlen Lehrerstellen einsparen oder in den Schulen belassen und damit in die schulische Ausbildung investieren“, berichtet Hillmer.

„Wir hatten schon immer das Anliegen, die Klassen zu verkleinern“, erklärt Constantin Wendt vom Herzog-Ernst-Gymnasium. Als beratendes Gremium habe sich der Landesschülerrat dafür eingesetzt, da gerade durch die Einführung des Abiturs nach acht Jahren das Lernumfeld verbessert werden müsste. Bei maximal 26 Schülern sei die Chance größer, sich am Unterricht zu beteiligen, so Wendt.

Lessing-Gymnasium (LeG) und Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) in Uelzen erarbeiten derzeit gemeinsam mit Elternvertretern und Schülern neue Konzepte. Etwa 100 zusätzliche Lehrstunden bedeutet die neue Richtlinie fürs HEG, das sind fast vier volle Lehrerstellen, eine davon muss noch besetzt werden, erklärt Studiendirektor Dieter Schwerdtfeger. Auch das Lessing-Gymnasium muss künftig 34 zusätzliche Wochenstunden besetzen, kann sie jedoch aus dem bestehenden Kollegium aufbringen. Durch kleinere Klassen sei es möglich, die zehnten Klassen zur Vorbereitung auf die Oberstufe besser zu nutzen, sagt Sven Kablau, Schulleiter des LeG. Christel Auer, Leiterin der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Bad Bevensen, stimmt dem zu. „Das ermöglicht eine bessere Förderung und Integration – zumal in dieser Phase die Prüfungsfächer gewählt werden“, sagt sie und bezeichnet die Entscheidung als „Weg in die richtige Richtung“.

An den beiden Uelzener Gymnasien und im Gymnasialzweig der KGS wird es nun künftig sechs statt bislang fünf 10. Klassen geben. Dass Ministerpräsident David McAllister und Kultusminister Bernd Althusmann die Regelung Ende Mai bekannt gaben und sie bereits zum August umgesetzt werden muss, finden die Rektoren jedoch recht kurzfristig. „Aber da müssen wir jetzt einfach mit Gelassenheit rangehen“, meint KGS-Rektorin Christel Auer.

Von Diane Baatani und Ines Bräutigam

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