Mehr Zeit für die Leser

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Bücherbus-Fahrer Karsten Oed bucht die Medien per Handscanner in sein Laptop. Die ersten Erfahrungen des Vereins mit der Umstellung auf die elektronische Ausleihe sind sehr positiv.

Uelzen/Landkreis. Bis vor kurzem mussten die Mitarbeiter noch in Karteikästen kramen und Buchkarten ausstellen, jetzt reichen dafür Handscanner und Laptop: Auch beim „Bücherbus im Landkreis Uelzen“ ist jetzt die moderne Computertechnik eingezogen. Der Verein hat weite Teile seines Medienbestandes auf das elektronische Ausleihverfahren umgestellt – und die ersten Erfahrtungen sind sehr positiv.

„Ausleihe, Rücknahme und Rückordnung der Medien im Bus gehen jetzt viel schneller und reibungsloser“, freut sich Bücherbus-Leiterin Sylke Drescher. „Dadurch haben wir mehr Zeit für die Leserbetreuung an den Haltestellen.“ Anstatt wie früher hunderte von Büchern im Regal durchforsten zu müssen, reichen jetzt ein paar Mausklicks am Laptop aus, um herauszufinden, ob ein Medium gerade vorbestellt oder ausgeliehen ist – und wenn ja, von welchem Nutzer und bis zu welchem Datum.

Zudem tragen die meisten Medien des Vereins inzwischen einen Barcode, den Sylke Drescher oder Bücherbus-Fahrer Karsten Oed bequem per Handscanner in die EDV-Datenbank übertragen kann. Auf dem Computer-Bildschirm tauchen dann alle wichtigen Daten zu dem Medium und dem Entleiher auf. Elektronisch lesbar sind auch die neuen Leseausweise im Scheckkartenformat.

Nicht zuletzt erhält der Leser auf Wunsch für alle Vorgänge einen Beleg in der Größe eines Kassenzettels. Auf diesem sind Infos zu Entleihung, Verlängerung, Vorbestellung oder Gebühren vermerkt. Das neue EDV-System ermöglicht aber auch, die Arbeitsschritte stärker an die Bedürfnisse der Leser anzupassen. „Bedarf und Bestand lassen sich sofort vergleichen, Fehlendes oder Überaltertes können wir ermitteln und schnell besorgen. Dadurch haben wir zufriedene Leser“, erläutert Sylke Drescher. Und die Fehlerquellen des Buchkartensystems gehören nun der Vergangenheit an.

Die im August 2010 gestartete elektronische Ausleihe wirkt sich auch positiv auf die Nutzerzahlen der rollenden Bibliothek aus, die an etwa 120 Haltestellen im Kreis Uelzen Station macht. Wurden 2009 insgesamt rund 62 000 Medien beim Bücherbus entliehen, waren es im Jahr darauf bereits etwa 67 000, berichtet Drescher zufrieden.

Entsprechend fällt das Urteil der Leser aus. „Ich finde das neue System klasse“, sagt Claudia Kahrs aus Holdenstedt und lobt vor allem die übersichtliche Auflistung aller Ausleih-Informationen auf dem Fristenbeleg. „Das ist viel besser als vorher“, meint sie. Als großen Fortschritt bezeichnet auch Sabine Wald das neue Ausleihverfahren. „Man hat jetzt nicht mehr das Problem, dass die Fristkarten aus den Büchern rausfallen können“, erklärt die Holdenstedterin.

Diese Aussagen decken sich mit den Erfahrungen, die Sylke Drescher gemacht hat: „Einige unserer Nutzer waren noch ein bisschen skeptisch gegenüber der neuen Technik, aber die meisten finden sie sehr gut.“

Von Bernd Schossadowski

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