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Mehr Wohnhäuser, ein Hotel sowie eine
Kanu-Anlegestelle ‒ Ideen für Uelzens Innenstadt

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Von: Norman Reuter

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Hammersteinplatz, Kreishaus-Gelände und Wiese am Rathaus – für die drei Flächen werden heute die besten Konzepte im Zuge des gestarteten Wettbewerbs ausgewählt. 	Foto: NRE/Priv.
Hammersteinplatz, Kreishaus-Gelände und Gelände am Rathaus – für die drei Flächen sind die besten Konzepte im Zuge des gestarteten Wettbewerbs ausgewählt worden. Foto: NRE/Priv. © Reuter

Wohnen am Ratsteich, ein „Altstadtblock“ sowie ein Mehrgenerationenhaus: Aus insgesamt 33 eingereichten Gestaltungskonzepten für drei zentrale Plätze in Uelzen hat ein Preisgericht die aus seiner Sicht besten ausgewählt. Sie stammen jeweils vom Weimarer Büro Seetal, Architektur und Stadtplanung.


Uelzen – Beraten wurde bis in die Abendstunden hinein: Was sind die besten Gestaltungsideen für den Hammersteinplatz, das Kreishaus-Areal an der Veerßer Straße sowie für das Gelände am Herzogenplatz? Das Preisgericht, das am Dienstag zusammensaß, entschied sich jeweils für das Konzept eines Weimarer Planungsbüros.

Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt, der dem Preisgericht angehörte, wird gestern in einer Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Wir haben viele spannende und hochwertige Entwürfe gesehen. Viele Vorschläge unserer Bürgerinnen und Bürger wie etwa Grünflächen und Spielplätze wurden berücksichtigt. Ich freue mich über das gemeinsame Ergebnis und bin gespannt auf die weiteren Diskussionen.“

Mit den „weiteren Diskussionen“ nimmt er Bezug auf dem Umstand, dass der Rat der Hansestadt darüber noch zu befinden hat, ob die Entwürfe auch umgesetzt werden sollen. Dem Bauausschuss wird die Auswahl des Preisgerichts am 19. Mai ausführlicher vorgestellt. Abschließend berät der Rat voraussichtlich Mitte des Jahres. In einem zweiten Schritt könnte ein Wettbewerb für Investoren folgen, die die ausgewählten Konzepte verpflichtend umsetzen.

Welche Konzepte vermochten das Preisgericht am Dienstag überzeugen?

Hammersteinplatz:

Im Siegerentwurf für den Hammersteinplatz ist Wohnraum zu finden – in Kombination mit Freizeitangeboten. Gebäude mit rund 33 Wohnungen sowie Innen- und Außengastronomie sind geplant. Am Ratsteich ist eine Promenade mit Sitzstufen zum Wasser vorgesehen sowie auch Grünflächen, ein Kinderspielplatz und eine Kanu-Anlegestelle. Auch eine Tief- beziehungsweise Halbtiefgarage mit öffentlichen Parkplätzen und eine Mobilitätsstation sind angedacht.

Der Entwurf für den Hammersteinplatz sieht Wohngebäude vor, eine Promenade am Ratsteich mit Sitzstufen zum Wasser. Autos sollen in einer Halbtiefgarage Platz finden.
Der Entwurf für den Hammersteinplatz sieht Wohngebäude vor, eine Promenade am Ratsteich mit Sitzstufen zum Wasser. Autos sollen in einer Halbtiefgarage Platz finden. © Büro Seetal, Architektur und Stadtplanung, Weimar

Herzogenplatz:

Der Entwurf für das Gelände am Herzogenplatz sieht einen „neuen Altstadtblock“ mit einem Hotel, Gastronomie, Räumen für Einzelhandel sowie mit einer Mobilitätsstation vor. Gebaut werden soll das Gebäude am Parkplatz Schuhstraße/Fritz-Röver-Straße. Im südlichen Bereich wird die Rasenfläche neu aufgeteilt und um Freizeitangebote ergänzt. Die Freifläche soll durch eine Baumreihe und eine lange Sitzbank von der Fritz-Röver-Straße abgegrenzt wird. Ein Wasserspiel sowie ein Mehrgenerationenspielplatz sind weitere Bausteine des Konzepts.

Der „neue Altstadtblock“ (oben rechts) soll auf dem Parkplatz an der Schuhstraße/Fritz-Röver-Straße entstehen. Hotel, Gastronomie und Gewerbeflächen sind dort angedacht.
Der „neue Altstadtblock“ (rechts) soll auf dem Parkplatz an der Schuhstraße/Fritz-Röver-Straße entstehen. Hotel, Gastronomie und Gewerbeflächen sind dort angedacht. © Büro Seetal, Architektur und Stadtplanung, Weimar

Kreishaus-Areal:

Der Entwurf für das Kreishaus-Areal an der Veerßer Straße besteht aus Gebäuden, die in einer Hofstruktur angeordnet sind. Die Planer aus Weimar können sich dort ein Mehrgenerationenhaus mit Stelzenkonstruktion im Norden, Büros und Gewerbeflächen in den anderen Häusern vorstellen. Frei-, Grün- und Spielflächen ergänzen die Gestaltung des Geländes.

Das Kreishaus-Areal: Gebäude mit Dachterrassen und Gewerbeflächen sowie ein Mehrgenerationenhaus sind im Entwurf zu finden.
Das Kreishaus-Areal: Gebäude mit Dachterrassen und Gewerbeflächen sowie ein Mehrgenerationenhaus sind im Entwurf zu finden. © Büro Seetal, Architektur und Stadtplanung , Weimar

„Die Ideen für Grün- und Freiflächen, Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung, der Umgang mit dem Überschwemmungsgebiet und die Wirtschaftlichkeit waren neben den Bürgervorschlägen und der städtebaulichen Qualität die zentralen Punkte, nach denen das Preisgericht die Entwürfe beurteilt hat“, erläutert Alexandra Schuckenbrock, Projektverantwortliche der Hansestadt.

Erstmals war im Herbst 2020 davon gesprochen worden, für die drei Flächen in der Innenstadt Vorschläge zusammentragen zu lassen – und zwar in Form eines Ideen-Wettbewerbs. Dafür hatte die Stadtverwaltung das Fachbüro Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) aus Bremen beauftragt, das den Wettbewerb betreuen sollte.

Insgesamt 26 Planungsbüros hatten ihr Interesse bekundet, Entwürfe für die Flächen erstellen zu wollen. Aus diesem Pool wurden zehn ausgewählt. Fünf weitere wurden vorab festgelegt, um – wie es die Stadt formulierte – einen gewissen Qualitätsstandard zu sichern. Letztlich haben dann in den zurückliegenden Wochen elf Büros Konzepte erarbeitet, jeweils für die drei Flächen, sodass dem Preisgericht am Dienstag 33 Entwürfe vorgestellt wurden.

Erst nach der Entscheidung und Feststellung der Preisträger wurde laut Verwaltung die Anonymität der Büros aufgehoben. Die Entwürfe, auch der zweiten und weiteren Plätze von Büros aus Lübeck, Braunschweig, Stuttgart, Hannover und Hamburg, gibt die Verwaltung in Kürze auf der Homepage www.innenstadtwettbwerb-uelzen.de bekannt.

Alle eingereichten Entwürfe sollen im Juni der Öffentlichkeit online über die Beteiligungshomepage sowie voraussichtlich in Teilen auch im Rathaus präsentiert werden. Weitere Infos zur Ausstellung folgen.

KOMMENTAR:

Jetzt anpacken! Uelzen braucht Mut - Von Norman Reuter

Es sind Top-Adressen in der Innenstadt, für die jetzt Gestaltungsideen gesucht waren. Die von der Jury ausgewählten Konzepte zeugen von der Kreativität der Planer, und davon, was in Uelzen möglich sein könnte. Es hat sich also gelohnt, dass Politik und Verwaltung den Ideen-Wettbewerb angeschoben haben. Noch ist aber nicht beschlossen, ob das, was jetzt an Konzepten auf dem Tisch liegt, auch gebaut wird. Hier hat die Politik das letzte Wort. Den Mut, den sie bewiesen, als sie den Wettbewerb anschoben, sollten die Gewählten jetzt auch besitzen, um den weiteren Weg für den Bau zu bereiten. Das, was eine mit Experten besetzte Jury ausgewählt hat, sollte nicht zerredet werden, was angesichts einer unsäglichen Debatte über die Frauenstatue befürchtet werden muss. Auch der letztlich nicht realisierte Ilmenau-See lässt mahnend grüßen.

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