Ein Abend mit Wilhelm Busch

Mehr als 100 Teilnehmer beim Uelzischen Armenessen im Ratssaal

Mehr als 100 Gäste nahmen im Ratssaal Platz. Um das musikalische Rahmen-Programm kümmerte sich das Quintett „Die Spalterhälse“. Anna Lautenbach referierte über Wilhelm Busch, dessen Bruder, wie Jan König berichtete, in Uelzen lebte.
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Mehr als 100 Gäste nahmen im Ratssaal Platz. Um das musikalische Rahmen-Programm kümmerte sich das Quintett „Die Spalterhälse“. Anna Lautenbach referierte über Wilhelm Busch, dessen Bruder, wie Jan König berichtete, in Uelzen lebte.

Uelzen – Es war ein Abend, an dem ernste Töne auf Gedichte von Wilhelm Busch trafen und auch Lieder wie „Mein kleiner grüner Kaktus erklangen.

Es war aber vor allem ein Abend, an dem Gutes für Menschen getan wurde, die es nicht leicht haben im Leben – am Sonnabend ist das 622. Uelzische Armenessen ausgerichtet worden.

Eingesammelte Spenden an diesem Abend fließen an karitative Einrichtungen. Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt hob die Bedeutung der traditionellen Veranstaltung hervor. In Zeiten, in denen es zu Anschlägen auf Synagogen komme und Populisten großen Zuspruch erfahren würden, sei es umso wichtiger, sich solidarisch mit den Ärmsten der Armen in der Gesellschaft zu zeigen. Daher mag das Armenessen zwar eine lange Geschichte haben, es sei aber „wahrlich nichts Altes“, sondern passe in die Zeit.

Das Armenessen geht auf das Jahr 1397 zurück. Damals zogen Besatzer, Cellische Herzöge, aus Uelzen ab. Aus Dankbarkeit stiftete der Rat der Stadt einen Gottesdienst und das erste Essen für die Armen, das mehr als 600 Jahre später nun vom Verein „Historisches Uelzen“ ausgerichtet wird. Platz nehmen jetzt Menschen, die Gutes tun wollen und für karitative Zwecke spenden. Mehr als 100 Teilnehmer konnten am Sonnabend im Ratsaal an festlich gedeckten Tischen gezählt werden.

Neben Kartoffelsuppe mit Lammfleisch gehört auch ein Vortrag zum Programm. Dieser drehte sich um niemand Geringeres als um den „Max und Moritz“-Erfinder Wilhelm Busch. Warum ausgerechnet dieses Thema? Es gibt Bezüge nach Uelzen. Der Bruder des bekannten Autors von bebilderten Erzählgeschichten lebte in der Uhlenköperstadt und Wilhelm Busch besuchte gelegentlich den Verwandten – gut möglich, dass er so manche Zeile seiner berühmten Werke in Uelzen abfasste, wie Jan König, Vorsitzender des Vereins „Historisches Uelzen“, meinte.

Referentin Anna Lautenbach vom Wilhelm Busch-Museum in Hannover zeigte, dass der Autor es nicht nur vermochte, in seinen Geschichten und Gedichten menschliche Schwächen sprachlich gekonnt zu enthüllen, sondern dass er sich auch mit tiefgründigen Gedanken und Philosophie befasste. Das zeigen von ihm abgefasste Briefe. „Die Spalterhälse“ als musikalische Gäste des Abends fanden zwar keine etwaigen Vertonungen zu Busch, die sie hätten vortragen können. Dennoch waren ihre Lieder so humorvoll wie manches seiner Werke.

VON NORMAN REUTER

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