Mit Zunahme an Flüchtlingen im Kreis stehen die Ehrenamtlichen der Lebensmittel-Hilfe vor Herausforderungen

Mehr Tafel-Nutzer: Spenden werden knapp

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Bislang werden in der Tafel Nummern verteilt, mit der die Reihenfolge der Ausgabe festgelegt wird.

Uelzen/Landkreis. Die Uelzener Tafel könnte gezwungen sein, künftig die Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige neu zu organisieren.

Der Gründer der Tafel, Gerhard Minnaard, sagte im AZ-Gespräch, dass es angesichts einer zunehmenden Zahl von Hilfsbedürftigen, die das Tafelangebot nutzen, Gedankenspiele zu möglicherweise nötigen Veränderungen gebe.

Derzeit finden Ausgaben zweimal wöchentlich statt, bei der Hilfsbedürftige für einen Euro Lebensmittel am Bohldamm und an der St. Petri-Kirche erhalten. Dafür steuern die Ehrenamtlichen, die sich für die Uelzener Tafel engagieren, etwa 70 Geschäfte an, die Waren abgeben. Bei jedem Tafel-Termin erhalten die Tafel-Nutzer Nummern, mit der die Reihenfolge der Aus-gabe festgelegt wird. Wie Minnaard schildert, ein bislang gut funktionierendes System.

Die Aufnahme von Asylbewerbern im Landkreis hat die Zahl der Tafel-Nutzer in den vergangenen Monaten ansteigen lassen (AZ berichtete). Von 20 bis 30 zusätzlichen regelmäßigen Tafel-Nutzern berichtet Minnaard. Rund 480 Asylbewerber leben derzeit im Landkreis Uelzen, bis zum Jahresende soll die Zahl auf rund 1000 anwachsen. „Wenn nur jeder Zehnte der neuen Flüchtlinge zur Tafel kommt, bedeutet dies fünfzig weitere Hilfsbedürftige“, so Minnaard. Die bisherige Nutzerzahl würde in einem solchen Fall von derzeit rund 160 auf mehr als 200 ansteigen. Wie Minnaard sagt, gibt es unterschiedliche Modelle in Deutschland, wie die Ausgabe bei steigenden Zahlen in Uelzen organisiert werden kann. Beispielsweise könne es Ausgabe nach den Anfangsbuchstaben des Nachnamens geben, oder dass an einem Tag nur Frauen Lebensmittel ausgehändigt werden. In jedem Fall, so Minnaard, würden die Ausgabe-Portionen für den Einzelnen kleiner, um allen gerecht werden zu können, wenn nicht noch weitere Tafel-Spender gefunden würden. „Aber wir müssen uns bewusst sein: Alles, was mir machen, ist freiwillig und zusätzlich“, so Minnaard.

Spontan habe ein Hotel sich jüngst bereit erklärt, Lebensmittel abzugeben, nachdem über gestiegene Nutzer-Zahlen in der AZ berichtet worden sei, so Minnard. Aber die Frage stehe im Raum, wie viele potenzielle Spender es noch im Landkreis gebe.

Von Norman Reuter

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