Größerer Umbau geplant

Mehr Sicherheit im Amtsgericht Uelzen: Einlass erst nach Anmeldung

Ein Zugang zu den Sitzungssälen und Büros im Uelzener Amtsgericht ist nicht mehr ohne Weiteres möglich. Besucher müssen sich beim Justizbeamten vorstellen.
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Ein Zugang zu den Sitzungssälen und Büros im Uelzener Amtsgericht ist nicht mehr ohne Weiteres möglich. Besucher müssen sich beim Justizbeamten vorstellen.

Uelzen – Ein Zugang ist nicht mehr ohne Weiteres möglich: Das Amtsgericht in Uelzen hat seine Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Das bestätigt Amtsgerichtsdirektor Andreas Borchers auf AZ-Anfrage. Er spricht von einer bewussten Entscheidung des Gerichtes.

Sie sei der Entwicklung der letzten Jahre geschuldet, wonach in Gerichten ein aggressiverer Tonfall angeschlagen werde und bei Kontrollen von Besuchern mitunter Stichwaffen entdeckt würden.

Bisher öffnete sich im Uelzener Amtsgericht eine Schiebetür automatisch und gab Besuchern den Weg frei zu Sitzungssälen und Büros. Nun wird, so erklärt Borchers, den Besuchern nur noch Einlass gewährt, wenn sie zuvor vom Justizbeamten in Augenschein genommen wurden und erklärt haben, was ihr Anliegen ist. Dieser öffnet manuell die Schiebetür. Die Besucherzahlen schwanken – bis zu 200 sind es täglich.

Die Schiebetür im Inneren wird dann manuell vom Wachhabenden geöffnet.

Langfristig ist geplant, den gesamten Eingangsbereich umzugestalten, um mehr Sicherheit für Besucher und Beschäftigte zu gewährleisten. Wann es zum Umbau kommt, ist noch unklar. Pläne existieren bereits, die benötigten Gelder seien aber noch nicht bewilligt worden, so Borchers. Etwa 200 000 Euro sind als Baukosten veranschlagt.

Mit der Neugestaltung des Eingangsbereichs wird eine feste Sicherheitsschleuse geschaffen – mit Körper- und Gepäckscanner. Zurzeit wird in Uelzen noch mit einem mobilen Körperscanner gearbeitet, der bei Bedarf und stichprobenartig zum Einsatz kommt.

Wie Andreas Borchers sagt, seien bei solchen Stichproben in Uelzen auch schon Stichwaffen bei Besuchern entdeckt worden – mal unbeabsichtigt, wenn der Handwerker ein Teppichmesser mit sich führte. „Wir haben aber auch eine Klientel, die mit dem Messer in der Tasche ins Gericht kommt“, so Borchers.

Im Amtsgericht in Uelzen werden Strafsachen wie auch Familien- und Betreuungsfälle behandelt. 2018 sind in Uelzen im Bereich des Strafrechts etwa 40 Schöffenverhandlungen im Erwachsenen- und etwa 15 im Jugendbereich angesetzt ge- wesen. Hinzu kamen etwa 230 Prozesse mit Einzelrichtern im Erwachsenenbereich und etwa 160 im Jugendbereich.

VON NORMAN REUTER

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