Mehr Schüler auf Reisen?

Eltern wären mit der Einrichtung von Oberschulen nicht mehr an die Schuleinzugsbezirke gebunden, Fachleute befürchten für diesen Fall einen verstärkten Pendelverkehr von Schülern. Foto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Im Zusammenhang mit der Einrichtung von Oberschulen befürchten Fachleute einen verstärkten Pendelverkehr von Schülern. Bekanntlich gilt, dass die Eltern ab der Sekundarstufe das Recht haben, zu entscheiden, welche Schulform ihr Kind besuchen soll.

Wenn neben den Gymnasien die Oberschule künftig zur Regelschule wird, werden damit automatisch Hauptschulen, Realschulen, Kooperative und Integrierte Gesamtschulen zu sogenannten Angebotsschulen. Eltern, die der Meinung sind, ihr Kind sei auf solchen Schulen besser aufgehoben, haben das Recht, eine solche Angebotsschule für ihr Kind auszuwählen. Sie sind dabei – anders als bei den Regelschulen – nicht an die Schuleinzugsbezirke gebunden.

Befürchtungen, es werde ein verstärkter Schülertourismus einsetzen, wurden bei der jüngsten Schulausschusssitzung vor allem aus Bad Bodenteich laut. Ein Konzept für eine Oberschule gebe es nicht, kritisierten die Leiterinnen von Haupt- und Realschule gleichlautend.

Auch die Frage, wie die derzeit noch getrennten Kollegien der Schulen zusammenwachsen sollten, sei völlig ungelöst. Die Schulen liegen knapp zwei Kilometer voneinander entfernt und ein gemeinsames Lehrerzimmer gebe es nicht. „Wie soll ich Eltern in die Augen schauen, die mich fragen, was ihre Kinder erwartet?“, klagt die kommissarische Schulleiterin Heidegrit Siemeke. Schon jetzt gibt es einen regen Pendlerverkehr von Schülern über die Kreisgrenzen hin-aus, wie Schulamtsleiterin Kerstin Hagelstein mitteilt. Insgesamt 203 Schüler des Landkreises besuchen Schulen außerhalb. 35 von ihnen gehen auf ein privates Gymnasium, 40 besuchen Freie Schulen, Montessori- oder Waldorfschulen, 21 gehen in Munster zum Gymnasium, 59 gehen auf die KGS Clenze und 48 gehen in Lüneburg auf diverse Schulen.

Für den Landkreis Uelzen entstehen dadurch Fahrtkosten in Höhe von 220 000 Euro.

Von Jürgen Köhler-Götze

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