Einstellung von bis zu 3.000 neuen Polizisten vorgesehen

Mehr Polizei auf dem Land

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Thomas Ring ist als neuer Polizeipräsident zuständig für die Sicherheit von 1,3 Millionen Menschen in acht Landkreisen im Nordosten Niedersachsens.

Lüneburg/Uelzen – Die Polizei steht vor großen Herausforderungen, die Ermittler müssen ihre Methoden anpassen. Das treibt auch den neuen Polizeipräsidenten in Lüneburg um. Er ist auch für den Landkreis Uelzen zuständig.

Auf ein oft fehlendes Sicherheitsgefühl vor allem auf dem Land will Lüneburgs neuer Polizeipräsident Thomas Ring, in dessen Zuständigkeit auch der Landkreis Uelzen fällt, mit mehr Polizeipräsenz reagieren.

Studien hätten ergeben, dass bis zu einem Drittel der Bevölkerung erhebliche Ängste hätten, auch wenn nach der Statistik meist zurückgehende Kriminalitätszahlen zu beobachten seien, sagte Ring. „Diese Diskrepanz ist für mich von Relevanz. Wir müssen das Sicherheitsgefühl wieder nachhaltig verbessern.“

Dabei seien außer der Polizei auch Verwaltung und Justiz gefordert. Die Polizei müsse auch bei der Prävention mehr machen, forderte Ring. Sehr viele Straftaten ereigneten sich auf kommunaler Ebene, also nicht nur durch reisende Tätergruppen oder über das Internet. Das sogenannte Community Policing – eine enge persönliche Bindung zwischen Polizei und Bürgern auch über Soziale Medien – sei ein wichtiger Faktor in Niedersachsen.

Im Koalitionsvertrag in Niedersachsen sei die Einstellung von bis zu 3.000 neuen Polizisten vorgesehen, sagte Ring. Vor allem auf dem Land solle es mehr Präsenz geben.

Der 57-Jährige trägt seit Mitte Dezember die Verantwortung für die Polizei im Nordosten Niedersachsens. Seine Behörde ist mit derzeit rund 2.800 Mitarbeitern für die Sicherheit von mehr als 1,3 Millionen Menschen in acht Landkreisen zuständig.

Größere Gefahren gehen für Ring von Terrorismus, Netzkriminalität, Clan- und Einbruchskriminalität aus. „Ich sehe die anhaltende abstrakte Gefahr durch den islamistischen Terrorismus als größte Bedrohung an“, sagte Ring, der zuvor stellvertretender Chef des LKA war.

Bei der Kriminalitätsbekämpfung werde die Polizei künftig stärker auf digitale Kompetenzen und künstliche Intelligenz setzen müssen. Ring sprach von einem „digitalen Ermittler“.

dpa

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