Bahn-Tochter streicht 13 Verladebahnhöfe / OHE: Transport auf Straßen nimmt zu

Mehr Holz-Lkw im Kreis?

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Die Bahn-Tochter DB Schenker hat den Verlade-Vertrag mit der OHE gekündigt.

Uelzen/Landkreis. Es ist eine schlechte Nachricht zum Jahresbeginn: Der ohnehin starke Güterverkehr auf den Straßen im Landkreis Uelzen wird nach einer aktuellen Entscheidung der Bahn-Tochter DB Schenker vermutlich weiter zunehmen.

Das Unternehmen hat nämlich zum 31. Dezember 2013 den Vertrag mit der Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE) über den Einzelwagen-Ladungsverkehr auf der Schiene gekündigt. Das bedeutet: Von den bislang 24 Verladebahnhöfen – vor allem für Holz – werden in der Region zwischen Winsen (Luhe) und Celle künftig nur noch elf genutzt. „Das wird zu einer Zunahme des Lkw-Verkehrs an den verbleibenden Standorten führen“, glaubt Sebastian Schülke, Leiter des OHE-Geschäftsbereichs Infrastruktur.

Bislang hielt die OHE zwei Dutzend Verladebahnhöfe für den Einzelwagenverkehr bereit. Dort wurden neben Holz auch chemische Produkte, Düngemittel und militärisches Material vom Lkw auf die Schiene umgeladen. Seit dem 1. Januar 2014 fährt DB Schenker 13 dieser Standorte nicht mehr an. Die Kündigung des Vertrags sei aus Kostengründen erfolgt, erklärt Tatjana Luther-Engelmann, Pressesprecherin der DB Schenker, auf AZ-Anfrage. „Wir werden die Holztransporte konzentrieren“, kündigt sie an.

So fallen beispielsweise die Verladestationen in Beckedorf, Scheuen und Sülze (Kreis Celle) sowie in Knesebeck (Kreis Gifhorn) ab sofort weg. Weiterhin genutzt werden dagegen die Güterbahnhöfe in Heinsen (Kreis Lüneburg), Müden und Lachendorf (Kreis Celle) sowie in Wittingen und Groß Oesingen (Kreis Gifhorn). Darüber hinaus wird auch künftig im Uelzener Hafen Holz verladen.

Weniger Güterzüge auf den OHE-Strecken bedeuteten auch weniger Einnahmen, sagt Schülke. „Das kann dazu führen, dass das gesamte Netz unwirtschaftlich wird und irgendwann vielleicht nicht mehr betrieben wird“, befürchtet er. Auch eine Streichung weiterer Verladebahnhöfe durch DB Schenker hält er für möglich.

Auf jeden Fall erwartet Schülke, dass die Transportwege länger werden. „Irgendwann wird es vielleicht sogar günstiger, das Holz gar nicht mehr auf der Schiene, sondern gleich komplett per Lkw zu den Verarbeitungsbetrieben zu bringen“, mutmaßt er. Denn für viele Unternehmer rechne sich der Schienenverkehr offenbar nicht mehr, sodass das Holz zunehmend auf der Straße transportiert werde.

Von Bernd Schossadowski

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