Problem: Online-Wetten

Mehr Glücksspiel-Süchtige im Landkreis Uelzen

UELZEN - Bei immer mehr Menschen im Landkreis Uelzen wird das Glücksspiel zur Sucht. In der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen an der Veerßer Straße ist im vergangenen Jahr die Zahl der Klienten, die von Online-Wetten und Poker-Spielen abhängig sind, rasant gestiegen.

Demnach versuchen diese Personen nicht unbedingt exzessiv in Spielcasinos und an sogenannten Flipperautomaten ihr Glück. Das Angebot im Internet hat stark zugenommen und somit auch die Zahl der Süchtigen, erklärt Martina Lapins, Leiterin der Suchtberatung.

Im Bereich Abhängigkeit von Glücksspiel sowie problematischer Computer- und Internet-Gebrauch verzeichnet ihr Team einen Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den meisten Fällen im Landkreis Uelzen seien es junge Männer mit Migrationshintergrund, die keine Alkohol-Probleme hätten.

Ihr Team habe gerade erst wieder drei Männer in eine stationäre Therapie vermittelt. Aber auch eine junge Frau sei kürzlich von einer Behandlung wegen Glücksspielsucht aus einer Klinik zurückgekehrt, berichtet Lapins. Nicht nur junge Menschen würden dieser Sucht verfallen, weiß sie. Ein Beispiel aus ihrer Fachstelle sei ein Berufskraftfahrer, 59 Jahre, der alkoholsüchtig gewesen sei und diese Sucht schließlich kompensiert habe durch Glücksspiel.

So verlagerte sich seine Abhängigkeit auf einen anderen Bereich. Diese Patienten müssten zum Beispiel lernen, beim Fernsehen bestimmte Sendungen zu meiden, sagt Martina Lapins. Shows oder Übertragungen von Fußball-Spielen, die zum Mitfiebern anregen, könnten für einen Rückfall sorgen.

Ein weiteres Fazit zum Jahr 2013: Die Bandbreite synthetischer Drogen wird immer größer und verändert sich immer schneller. „Bislang ist bei uns in der Sprechstunde noch niemand wegen Chrystal Meth gewesen“, sagt Martina Lapins. Dennoch gilt für ihre Fachstelle: „Wir werden uns weiterhin den Herausforderungen der permanent neu angebotenen Suchtmittel und Suchtformen stellen und darauf reagieren.“

Immer mehr Personen aus der Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen und der über 60-Jährigen sind in Sprechstunden, Beratungen und Therapien der Einrichtung vertreten. Wichtig ist für die Fachstelle, dass nicht Abstinenz „das alleinige Ziel“ ist – Martina Lapins geht es eher darum, dass die Teilhabe der Klienten und Patienten an der Gesellschaft wieder zunimmt. Die Zahl der Klienten in den Sprechstunden lag im vergangenen Jahr bei 155 und hat somit abgenommen.

Im Vorjahr waren 176 Klienten gezählt worden. Im Südostkreis jedoch ist der Anteil gewachsen (2013: 28 Personen, 2012: 11 Personen). Martina Lapins führt die Veränderung darauf zurück, dass für diejenigen von der Landkreisgrenze der Weg nach Uelzen kürzer ist als nach Dannenberg und sie sich somit im vergangenen Jahr für Uelzen entschieden haben. Auch aus dem Raum Wittingen könnten mehr in die Uhlenköperstadt fahren, da in Wittingen die Fachstelle für Sucht geschlossen worden war. - dib

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