170 neue Asylbewerber im nächsten Jahr / Private Wohnungen gesucht

Mehr Flüchtlinge im Kreis Uelzen

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Symbolfoto

Uelzen. Der Landkreis Uelzen sucht für das nächste Jahr wieder private Wohnungen, die von Asylbewerbern genutzt werden können. Da die Aufnahmequote erneut erhöht wurde, geht die Verwaltung davon aus, dass das Angebot an Wohnraum im Landkreis nicht ausreichen könnte.

Innerhalb der nächsten zwölf Monate werden bis zu 170 Personen zusätzlich zu den bislang aufgenommenen Asylbewerbern untergebracht werden müssen, gegebenenfalls auch kurzfristig, betont Sozialdezernent Lothar Heinisch.

Während in den vergangenen Monaten die meisten der Asylbewerber aus der Russischen Föderation, Syrien und Afghanistan einreisten, zeichne sich derzeit ab, dass künftig insbesondere Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern im Landkreis Uelzen ankommen werden.

212 Asylbewerber suchen derzeit im Landkreis Uelzen eine neue Heimat. Für sie werden Wohnheime in verschiedenen Gemeinden genutzt und private Wohnungen, die an den Landkreis vermietet werden. Die einzelnen Asylbewerberverfahren können unterschiedliche Zeiträume in Anspruch nehmen, manchmal auch Jahre.

In den vergangenen zwölf Monaten war vom Bund vorgegeben worden, 159 Personen aufzunehmen. 117 Personen davon waren dem Kreis tatsächlich zugeteilt worden. Die 42 freien Plätze werden nun zur neuen Quote von 128 Neuzuweisungen hinzugerechnet. Somit muss der Landkreis mit Wohnungen für möglicherweise 170 Zuwanderern kalkulieren. Ob tatsächlich so viele im Landkreis Uelzen eintreffen, ist zwar offen. Der Landkreis rechnet jedoch damit, dass er weiterhin auf Meldungen von Hauseigentümern angewiesen ist, die privaten Wohnraum – auch für Einzelbewohner – anbieten können. Aufnahmelager, in denen Flüchtlinge untergebracht werden, bevor sie auf verschiedene Kommunen verteilt werden, seien bereits überfüllt, weiß Heinisch.

Die Pro-Kopf-Pauschale vom Land wird ab 2014 um knapp 900 Euro erhöht: Damit erhält der Landkreis für den Unterhalt eines Asylbewerbers und diverse Leistungen wie zum Beispiel Krankenbehandlungen eine Pauschale von 5932 Euro pro Jahr vom Land. Die tatsächlichen Kosten gehen nach Angaben von Heinisch jedoch oft darüber hinaus. So hatte der Landkreis im Jahr 2012 insgesamt 230 000 Euro selbst getragen. Für 2014 sind vom Land Zuschüsse von 748 300 Euro eingeplant. Dem stehen etwa 1,84 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber, sodass der Landkreis voraussichtlich über eine Million Euro aus dem eigenen Haushalt finanziert.

Von Diane Baatani

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