Rund 53 Prozent des Strombedarfs der Uelzener werden aus erneuerbaren Energien erzeugt

Mehr Biogas-Anlagen im Landkreis

Uelzen. Die Erzeugung von Ökostrom macht im Netz des Energieversorgungsunternehmens SVO im Landkreis Uelzen rund 53 Prozent des Strombedarfs aus. Zwar nutzen die Verbraucher nicht den eingespeisten Strom aus Biomasse, Windenergie oder Photovoltaik direkt selbst.

Aber dem Verbrauch von 458,6 Millionen Kilowatt-Stunden im Landkreis im Jahr 2011 steht eine Einspeisung aus erneuerbaren Energien von 245,2 Millionen Kilowatt-Stunden gegenüber. Das bedeutet einen Produktionszuwachs von 16,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei machen die Biogasanlagen, wie sie vor allem in den Samtgemeinden Rosche und Suderburg verbreitet sind, den größten Anteil aus. Somit hat der Landkreis Uelzen das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 rund die Hälfte des Stroms über regenerative Energien zu erzeugen, bereits im vergangenen Jahr erreicht, berichtet Ralf Horst, Sprecher der SVO Holding GmbH.

In der gesamten Region des Stromversorgungsunternehmens werden zu 55 Prozent erneuerbare Energien eingespeist. „Es ist eine erfolgreiche Entwicklung in der Region“, sagt Horst, dazu habe auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz der Bundesregierung viel beigetragen. „Der Netzbetreiber SVO musste stark ins Stromnetz investieren.“ Für rund sieben Millionen Euro wurde 2010 das Stromnetz ausgebaut, davon flossen bis zu anderthalb Millionen Euro in den Netzausbau für erneuerbare Energien, da für die verstärkte Einspeisung auf dem Land auch mehr Kapazitäten geschaffen werden mussten. „Wir werden in den nächsten zwei bis drei Jahren noch einmal rund zwölf Millionen Euro ins Stromnetz investieren“, kündigt Horst an. Wie sich allerdings der Bedarf beispielsweise im Bereich Photovoltaik entwickelt, sei fraglich. In den vergangenen Monaten hätten noch viele Privatpersonen oder Unternehmen in neue Solaranlagen investiert.

Einspeiser von Ökostrom profitieren durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von festgelegten Vergütungssätzen je Kilowattstunde Strom. An alle Stromerzeuger im Landkreis hat die SVO somit im vergangenen Jahr rund 41,4 Millionen Euro ausgezahlt.

Auch der Verbraucher wird die steigende Produktion von Ökostrom stärker spüren. Die EEG-Umlage – die Mehrkosten der Netzbetreiber, die den Ökostrom aufnehmen – schlägt sich letztendlich auch auf die Strom-Abrechnung nieder. Die EEG-Umlage hat sich deutschlandweit von 2,436 Cent pro Kilowattstunde brutto (2010) auf 4,2 Cent (2011) und in diesem Jahr 4,274 Cent erhöht. Der SVO-Sprecher geht davon aus, dass die Kosten noch massiv steigen werden. „Die EEG-Umlage wird 2013 deutlich über vier Cent liegen“, vermutet er.

Zuletzt stieg der Preis für SVO-Kunden im vergangenen Februar auf 21,55 Cent pro Kilowattstunde bei einem Grundpreis von 8,33 Euro pro Monat für den Strom, der sich zu 24,2 Prozent aus erneuerbaren, 37,3 Prozent Kohle, 23 Prozent Kernenergie, 11,7 Prozent Erdgas und 3,8 Prozent sonstigen Energien zusammensetzt.

Bei den Stadtwerken beträgt der aktuelle Strompreis des Grundversorgungstarifes seit Juli vergangenen Jahres 24,70 Cent pro Kilowatt-Stunde. Nach Angaben der Pressesprecherin Franziska Albrecht sind bis zum heutigen Zeitpunkt keine Strompreiserhöhungen absehbar.

Von Diane Baatani

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