Agentur für Arbeit veröffentlicht Vorjahres-Bilanz / Ausblick auf 2012

Mehr Beschäftigte im Kreis

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Positive Zahlen aus dem Jahr 2011: Im Landkreis Uelzen gab es den tiefsten Stand der Arbeitslosenzahlen seit 1992 zu vermelden. Die Arbeitslosenquote sank ebenfalls von 8,1 auf 7,5 Prozent.

Uelzen/Landkreis. Die Uelzener Arbeitsagentur zog beim gestrigen Arbeitsmarktgespräch eine positive Bilanz: Zum sechsten Mal in Folge nahm die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis ab und erreichte mit 3344 den niedrigsten Wert seit 1992.

Für das laufende Jahr konzentriert sich die Agentur für Arbeit besonders auf das Thema Fachkräfte: Durch gezielte Maßnahmen soll den personellen Engpässen in bestimmten Branchen begegnet werden.

In der Angabe der Arbeitslosen nicht enthalten sind Personen, die beispielsweise an Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflichen Weiterbildungen oder Arbeitsgelegenheiten teilnehmen, weshalb diese Statistik häufig als „geschönt“ kritisiert wird. Mit Ausnahme der in Kurzarbeit Beschäftigten sind die von Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne Betroffenen daher in der Zahl der Unterbeschäftigten repräsentiert. Diese lag 2011 bei 4538 und ist um 11,4 Prozent zurückgegangen.

Bewerberengpässe hätte es vor allem im Pflegebereich gegeben, erklärte Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Uelzener Arbeitsagentur: „Besonders in der Altenpflege fehlt es an qualifizierten Bewerbern.“ Angesichts der demografischen Entwicklung werde sich dies noch verstärken. Auch bei Ärzten, Köchen und Berufskraftfahrern gäbe es einen deutlichen Personalmangel. Auch das Bemühen, geeignete Kandidaten für die vakanten Posten aus dem restlichen Bundesgebiet nach Uelzen zu locken, gestalteten sich schwierig: „Wir konkurrieren diesbezüglich mit Städten wie zum Beispiel Lüneburg“, erläutert Kuechler-Kakoschke die Problematik.

Daher setzt man bei der Suche nach Fachkräften lieber direkt beim Uelzener Nachwuchs an: Bei einer individuellen Berufsberatung sollen Schulabgänger auch auf den besonderen Bedarf hingewiesen und mit der Vermittlung entsprechender Stellen in der Region gehalten werden. Besonders in das Projekt „Quest“, das zum kommenden Schuljahr startet, werden große Hoffnungen gesetzt. Es soll Haupt- und Realschüler schon während ihres letzten Schuljahres begleiten und so den Übergang in das Berufsleben fließend gestalten. „Für dieses Programm haben wir zwei Jahre lang gekämpft“, berichtet die Agenturchefin.

Gleichzeitig möchte man mit gezielten Betreuungsangeboten die Abbruchquoten in Ausbildung und Studium senken. Die zugezogenen Studenten an der Ostfalia in Suderburg sollen zudem durch eine entsprechende Stellenvermittlung in der Region gehalten werden. Denn ein „Bevölkerungszuwachs wird dringend benötigt“, weiß Kuechler-Kakoschke.

Eine ganz andere Zielgruppe hatte der Beschäftigungspakt „Reife Leistung“ im Blick: Mit dieser Initiative sollen Über-50-Jährige wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden (AZ berichtete). „Die Vorgaben für das Jahr 2011 konnten wir erfüllen“, zieht Manfred Garm, Geschäftsführer des Jobcenters im Landkreis Uelzen, eine positive Bilanz. Garm ist optimistisch, auch in Zukunft an den Erfolg des Projektes anknüpfen zu können.

Von Karsten Tenbrink

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