Uelzener Frauenhaus-Verein berichtet von gestiegenen Fallzahlen

„Massive Gewalt“ und mehr Hilferufe

Gewalt gegen Frauen: Die Zahl der Hilfesuchenden, die sich an das Team des Frauenhauses Uelzen wenden, hat zugenommen.
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Gewalt gegen Frauen: Die Zahl der Hilfesuchenden, die sich an das Team des Frauenhauses Uelzen wenden, hat zugenommen.

Uelzen – Das Team des Uelzener Frauenhauses hat sich zurzeit verstärkt um Frauen zu kümmern, die Gewalt erleben. Von einem „deutlichen Anstieg“ der Hilfesuchenden spricht das Frauenhaus-Team.

Auffallend dabei: „Betroffene Mädchen und Frauen berichten von sehr massiver Gewalt – sowohl körperlich, sexuell als auch psychisch“, so Teammitglied Britta Hönig. Auch Stalking sei ein Thema.

Nach Angaben des Frauenhaus-Teams war eine Zunahme der Hilfegesuche ab Juni festzustellen. Der hohe Beratungs- und Hilfebedarf hält bis jetzt an. Experten haben im Zusammenhang mit der Corona-Krise erklärt, dass die Zahl der häuslichen Gewalt durch Quarantäne-Auflagen und finanzielle Sorgen zunehmen könnte.

Entgegen den Erwartungen habe es zu Beginn der Pandemie aber in Uelzen zunächst keinen stärkeren Hilfebedarf gegeben, erklärt Swenja Richter vom Uelzener Frauenhaus-Team.

Sie und ihre Kollegen erklären sich dies unter anderem damit, dass Frauen von Partnern im Homeoffice kontrolliert werden konnten. „Mütter hatten auch neben Beruf und Haushalt noch die Kinder zu Hause zu betreuen. Sie haben einfach funktioniert“, so Swenja Richter.

Mit dem Monat Juni änderte sich das Bild. „Wir sind aber auch mit der gestiegenen Fallzahl nach wie vor in der Lage, alle Frauen und Mädchen zu betreuen“, sagt Swenja Richter. Das Team ermutigt Betroffene auch, sich an den Verein mit seinen Beratungsangeboten zu wenden und nicht zu versuchen, die Lage „einfach“ auszuhalten.

Müssten Betroffene im Uelzener Frauenhaus untergebracht werden, so sei das möglich, sagt Swenja Richter. Gegebenenfalls würden Plätze in anderen Frauenhäusern vermittelt. Das Uelzener Frauenhaus verfügt über zehn Betten für Erwachsene und zusätzlich Kinderbetten. Im Notfall können auch weitere Betten aufgeschlagen werden. VON NORMAN REUTER

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