Erste Meldung an das Gesundheitsamt seit Jahren

Alarmstimmung: Masern-Fall im Landkreis Uelzen

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Bei Masern sind Fieber und rote Hautflecken typisch. Es kann aber auch zu weit schwereren Verläufen kommen, durch die Betroffene sogar sterben können.

Uelzen/Landkreis – Masern sind hochansteckend, können gefährlich werden und sie sind wieder auf dem Vormarsch. Das zeigt sich auch im Landkreis Uelzen. Über mehrere Jahre hatte es in der Region keine gemeldeten Fälle gegeben, 2019 ist das anders.

Der Landkreis berichtet auf AZ-Anfrage, dass in den ersten Monaten des Jahres dem Gesundheitsamt bereits ein Fall gemeldet worden ist. Das Gesundheitsamt werde „sehr genau“ die Situation beobachten, kündigt Kreissprecher Martin Theine an.

Es ist nicht nur der Umstand, dass es sich bei den Masern um eine hochansteckende Virus-Infektion handelt, der für Alarm-Stimmung sorgt. Es kann zu schwersten Verläufen der Krankheit kommen.

Daniel Hagelstein, Sprecher der Allgemein-Mediziner im Landkreis Uelzen, erklärt im AZ-Gespräch, dass Menschen sogar sterben können. Masern sind deshalb auch meldepflichtig.

In den Nachbarkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg ist aus diesem Jahr auch jeweils ein gemeldeter Fall bekannt. Für Schlagzeilen in Sachen Masern hat in den vergangenen Wochen vor allem die Region Hildesheim gesorgt. Dort ist es, wie berichtet, 2019 zu einem regelrechten Ausbruch von Infektionen gekommen – seit Jahresanfang wurden bereits mehr als 20 Masern-Fälle gezählt.

Der Landkreis Hildesheim hat deshalb zu drastischen Mitteln gegriffen. Schüler und Lehrer einer Bildungseinrichtung, an der besonders viele Fälle auftraten, mussten einen Impfschutz nachweisen. Wer das nicht konnte, darf zunächst nicht wieder zur Schule kommen – 107 Schüler, Lehrkräfte und andere Mitarbeiter sind betroffen.

Impfungen sind im Kampf gegen Masern nach Angaben von Daniel Hagelstein entscheidend. „Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen“, sagt der Mediziner. Nicht jeder aber lässt sich die beiden nötigen Masern-Impfungen geben, Gegner befürchten mögliche Nebenwirkungen. Eine Impf-Pflicht existiert nicht.

Wie Hagelstein erläutert, brauche es eine Impfquote von 95 Prozent, damit es nicht zu Masern-Ausbrüchen komme. Zahlen zum Landkreis liegen der AZ für 2015 vor: Bei der Schuleingangsuntersuchung konnten damals zwar 95,4 Prozent der Schulanfänger im Landkreis Uelzen die erste Masernimpfung vorweisen, aber nur 93,2 Prozent auch die zweite Impfung.

VON NORMAN REUTER

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