Betrügerische Spendensammler unterwegs / Polizei mahnt zur Vorsicht / DZI-Siegel hilft

Die Masche mit dem Klemmbrett

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Sie fragen nach Spenden oder bitten um Unterschriften: Gruppenmitglieder von Diebesbanden. Dabei klauen Mittäter dann Portemonnaies der Angesprochenen. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Sie bauen auf das Mitleid. Oder spielen mit den Ängsten der Menschen, für den Ernstfall nicht ausreichend versichert zu sein.

Wie Polizeisprecher Kai Richter sagt, seien nun nach Anbruch des Frühlings wieder betrügerische Spendensammler und Trickbetrüger in den Fußgängerzonen und an Supermärkten anzutreffen. In Uelzen haben dubiose Sammler mit Klemmbrettern in dieser Woche Kunden auf einem Parkplatz eines Supermarktes im Fischerhof angesprochen. Kai Richter mahnt zu äußerster Vorsicht: „Täter suchen den körperlichen Kontakt, um Geldbörsen an sich zu bringen. “ Auch seien die Diebe so geübt, dass sie bei Spenden den Betroffenen unbemerkt Geldscheine aus den Portemonnaies ziehen könnten.

Aber nicht jede Spendensammlung erfolgt in betrügerischer Absicht: Organisationen wie der Arbeiter Samariter Bund (ASB) oder Greenpeace sind auch in Fußgängerzonen anzutreffen. DRK-Mitglieder ziehen von Haus zu Haus, um für Hilfebedürftige Spenden zu sammeln. Wie aber nur die seriösen Sammler von den schwarzen Schafen unterscheiden? Polizeisprecher Kai Richter sagt, dass das DZI-Siegel Aufschluss über die Seriosität geben kann. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen versteht sich als Organisation für den Verbraucherschutz. Sie informiert über Spendeorganisationen, vergibt das Gütesiegel an seriöse Verbände und warnt vor unlauteren Praktiken. Auf der Homepage des DZI sind Verbände und Vereine aufgelistet, die wirklich Gutes im Sinn haben und auch jene, die mit großer Vorsicht zu genießen sind.

In Uelzen baten die dubiosen Spendensammler auf dem Supermarkt-Parkplatz um Spenden für Taube und Blinde. DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke sind solche Gruppen aus seiner täglichen Arbeit bekannt, Gutes führten sie in der Regel nicht im Schilde. Sie hätten es auf das persönliche Eigentum abgesehen. Wie Kai Richter schildert, arbeiteten die Täter nicht alleine, seien mit mehreren unterwegs. Teammitglieder, die zunächst im Hintergrund blieben, sorgten für Ablenkungen im richtigen Moment, damit der Diebstahl nicht bemerkt werde. Wer von dubiosen Gruppen angesprochen werde, solle abwiegeln und sich nicht auf lange Gespräche einlassen, so Kai Richter.

Seit 2004 sind in Niedersachsen Spendensammlungen nicht mehr anmeldepflichtig. Damals wurde das Sammlungsgesetz abgeschafft, was Burkhard Wilke vom DZI bedauert. Er spricht von der „Erosion der Sammlungskultur“ seit dieser Zeit. Die Zahl der betrügerische Gruppen sei gestiegen, die seriösen Gruppen litten unter dem Umstand, dass die Menschen grundsätzlich skeptisch seien. „Früher konnte als Beleg für Seriosität eine Sammlungsgenehmigung vorlegt werden“, so Wilke. Jetzt helfe das DZI-Siegel.

Kai Richter rät, von spontanen Spenden abzusehen. Wer spenden wolle, könne sich über die Organisationen zuhause noch einmal informieren und gegebenenfalls Geld überweisen. Und noch einen Rat hat er: Erscheinen einen Spendensammler dubios, sollten Betroffene die Polizei rufen. In der Vergangenheit hätten durch Polizeikontrollen kriminelle Gruppen verdrängt werden können.

Von Norman Reuter

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