Teure Zahlenspiele

Marodes Kreishaus: Neubau könnte bis zu 37 Millionen Euro kosten

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Uelzen. Das Uelzener Kreishaus ist ein Sanierungsfall – das ist der Kommunalpolitik schon seit längerem klar.

Doch die neuesten Zahlen, die für eine Sanierung oder einen Neubau des maroden Hauses an der Veerßer Straße im Raum stehen, dürften den Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Eine Sanierung des Verwaltungsgebäudes könnte mit bis zu 24,2 Millionen, ein Neubau sogar mit bis zu 37,6 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Kostenschätzungen für das Kreishaus

Energetische Sanierung: 16,08 Millionen Euro

Vollsanierung/Modernisierung: 24,23 Millionen Euro

Neubau an anderer Stelle: 29,53 Millionen Euro

Abriss und Neubau an gleicher Stelle: 37,69 Millionen Euro

Diese Zahlen stehen in einem internen Papier des Gebäudemanagements, das der AZ vorliegt. Damit wird klar: Die Summen, die die Kreispolitik in den vergangenen Wochen öffentlich diskutierte, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein – jetzt muss man sich mit ganz anderen (Millionen-)Dimensionen auseinandersetzen.

„Günstigste“ Lösung wäre laut Gebäudemanagement eine energetische Sanierung. Der Haken: Das Haus hätte dann eine Restnutzungsdauer von 24 Jahren, müsste aber nach dem beigefügten Finanzierungsmodell 33 Jahre abbezahlt werden.

Die insgesamt 16,08 Millionen Euro setzen sich zusammen aus 11,9 Millionen Euro Investitionen sowie Ausgaben wie dem Kauf eines Containerdorfes für die Unterbringung der Mitarbeiter während der Sanierungsphase – allein die Container würden mit rund 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Ein Neubau ist mit einer Lebensdauer von rund 60 Jahren angesetzt, allerdings auch ungleich teurer. Vorteil bei einem Bau an anderer Stelle: Bis zur Fertigstellung könnte das alte Gebäude an der Veerßer Straße genutzt werden, soll ein neues Kreishaus aber an gleicher Stelle stehen wie das alte, müsste die Belegschaft die Tagesgeschäfte vorübergehend in Containern erledigen – die Miete dafür setzt das Gebäudemanagement mit 4,8 Millionen Euro an.

Das alte Kreishaus war im Jahr 1954 fertiggestellt worden, heute ist allein schon die Elektrik ein millionenschwerer Sanierungsfall – gleiches gilt für den Brandschutz.

Von Thomas Mitzlaff

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