Media-Saturn stellt Mietvertrag für Elektronikfachmarkt in Frage

Marktcenter: Bau steht auf der Kippe (Update)

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Alles nur eine Seifenblase? Und das, bwohl schon viel Vorarbeit geleistet wurde? Der Marktcenter-Bau in Uelzen steht auf der Kippe.

Uelzen. Der Bau des Marktcenters auf dem ehemaligen Wochenmarktgelände neben dem Uelzener Kreishaus steht offensichtlich auf der Kippe.

 "Seit gestern haben wir konkrete Hinweise darauf, dass es beim Projekt Marktplatzbebauung Schwierigkeiten gibt", formuliert es Bürgermeister Otto Lukat gestern zunächst etwas umständlich, um gleich darauf konkreter zu werden: „Die Schwierigkeiten gibt es nicht, weil der Investor Probleme hätte, sondern weil ein wichtiger Anker-Mieter, nämlich Media Markt, das Mietverhältnis nun doch nicht eingehen könnte."

Noch sei zwar nichts endgültig, betonen Lukat und Erster Stadtrat Jürgen Markwardt, doch sie nehmen die Lage ernst: Vor zwei Wochen sei die Media-Saturn Holding an den Marktcenter-Investor HBB (Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft) herangetreten und habe diese über einen möglichen Rückzug vom bereits unterzeichneten Mietvertrag informiert. Die HBB sei davon ebenso überrascht gewesen wie die Stadt Uelzen, betont Otto Lukat. Die Verantwortlichen des Investors waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der unterzeichnete Mietvertrag zwischen der HBB und Media-Saturn, berichtet Lukat, ließe wohl ein Aussteigen des Elektronikfachmarkts zu. Denn besagter Vertrag sei auf Grundlage der ersten Planung zustande gekommen, die eine Verkaufsfläche von 2500 Quadratmetern vorsah. Nachdem der Investor, wie mehrfach berichtet, wegen gestiegener Baustoffpreise um Aufschub des Baustarts gebeten und eine zweite Planung erarbeitet hatte, gibt es nun eine neue Situation: Statt der anfangs 2500 Quadratmeter sind in dem überarbeiteten Marktcenter-Entwurf noch 2000 Quadratmeter vorgesehen. Eine Änderung, die einen Rücktritt vom Vertrag rechtfertigen könnte, glauben Lukat und Markwardt.

Die Stadt Uelzen werde der HBB jetzt „auf den Fersen sein“, kündigt Otto Lukat an, damit es zur Vertragserfüllung zwischen ihnen beiden komme. Danach muss der Investor der Stadt nämlich einen Mieter für einen Elektronikfachmarkt auf mindestens 2000 Quadratmetern Fläche präsentieren.

Der für den 10. September anvisierte Baubeginn ist vor diesem Hintergrund fragwürdig geworden. Bis zum 10. November will die Stadt der HHB nun noch Gelegenheit geben, das Problem zu lösen. In 14 Tagen werde man „wissen, wo wir stehen“, so Markwardt. Und gehe es nicht voran, „kann es auch sein, dass die Stadt dann den Marktcenter-Bau nicht mehr will“, sagt er.

Von Ines Bräutigam

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