Randnotizen der Uelzener Bürgermeisterwahl / Enttäuschung über die geringe Wahlbeteiligung

Manche kreuzten gleich alles an

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Faire Geste am Sonntagabend nach einem intensiven Wahlkampf: Karsten Jäkel gratuliert Jürgen Markwardt zu seinem Erfolg.

Uelzen. Manch einer machte sich die Mühe, das Wahllokal eigens aufzusuchen, um dann den Stimmzettel einfach ungültig zu machen.

Andere waren von den drei Uelzener Bürgermeisterkandidaten offenbar so begeistert, dass sie gleich alle drei Bewerber ankreuzten – allerlei Skurriles registrierte man im Rathaus im Zuge der Wahl eines neuen Stadtoberhauptes.

So konnten insgesamt 243 Stimmen nicht gewertet werden, weil entweder nichts oder alles angekreuzt wurde. „Auf einigen Stimmzetteln war auch alles durchgestrichen“, schildert Stadtsprecherin Ute Krüger.

Neben denen, die sich nur aus Protest auf den Weg ins Wahllokal machten, gibt es die große Zahl der Nichtwähler. Nur knapp die Hälfte der 28 364 Wahlberechtigten machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. „Da hätte ich mir wirklich eine größere Beteiligung gewünscht“, erklärte der Wahlsieger Jürgen Markwardt. Durch die geringe Wahlbeteiligung hatten für ihn 8927 Stimmen zu einer Zweidrittelmehrheit gereicht. „Ich weiß nicht, woran es lag, vielleicht am schönen Wetter“, mutmaßt der von der SPD unterstützte Kandidat. Er hält das Ergebnis aber für repräsentativ: „Von denen, die gewählt haben, haben 64 Prozent ihr Kreuz bei meinem Namen gemacht, und das macht mich sehr glücklich.“

Besonders wohlgesonnen waren übrigens die Masendorfer dem späteren Gewinner: Dort im Gasthaus Rehn stimmten satte 80 Prozent der Wähler für Jürgen Markwardt und nur 16,9 Prozent für Karsten Jäkel. Der Bewerber von der CDU schaffte nur in Hansen mit 55,45 Prozent eine Mehrheit, Markwardt blieb dort bei 41,58 Prozent stecken.

Ansonsten aber entschied der SPD-nahe Kandidat alle 29 übrigen Wahlbezirke für sich, auch den in Veerßen. Das war für Jäkel das bitterste Abstimmungsergebnis, denn in Veerßen ist er Ortsbürgermeister.

Von Thomas Mitzlaff

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