1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Mahnende Worte zum Schloss Holdenstedt

Erstellt:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Das Schloss Holdenstedt wird nun doch nicht ans Gasnetz angeschlossen. Stattdessen soll eine Hackschnitzel-Heizungsanlage eingebaut werden.
Wann kann das Schloss wieder für kulturelle Zwecke genutzt werden? © Lars Becker

Vier engagierte Uelzenerinnen schlagen mahnende Worte zum Schloss Holdenstedt an. Sie beklagen den Zustand des Parks nach dem Verkauf des historischen Baus. Und: Nach wie vor könne im Schloss keine Kultur stattfinden.

Uelzen-Holdenstedt – Die Frage, was aus dem Holdenstedter Schloss wird, lässt sie nicht los: Vier einst im Verein „IKU – Initiative Kultur Uelzen“ engagierte Frauen melden sich zu Wort und beklagen den Zustand des Parks als auch den Umstand, dass nach wie vor das Schloss nicht als Veranstaltungsort für Kultur genutzt werden kann. Der historische Bau diente dem Uelzener Kunstverein über viele Jahre als Platz für Werkschauen, dort fanden auch die musikalischen Schlosswochen statt.

Ute Lange-Brachmann, Renate Schmidt, Roa Hachmann und Karin Thamm-Hoffheinz äußern sich wie folgt: „Man hat ein städtisches Kleinod ganz bewusst der Kultur- und damit der Bürgernutzung entzogen. Darauf hat der IKU vor dem Verkauf an einen privaten Investor öffentlich deutlich hingewiesen. Das aber wollte man im Rathaus nicht hören.“

2014 war vom Uelzener Rat erstmals beschlossen worden, dass Schloss aus Kostengründen zu veräußern. Als 2016 die Politik erklärte, der historische Bau werde in jeden Fall veräußert, auch wenn es länger dauere – denn eine Sanierung durch die Stadt komme nicht infrage – gründete sich der Verein IKU. In einer Vortragsreihe des Vereins, der sich inzwischen wieder in Auflösung befindet, wurden Ideen vorgestellt, wie das Schloss genutzt werden könne, und Beispiele vorgestellt, wo nach einem Verkauf an eine Privatperson nichts mehr am Bau passierte.

Hachmann, Lange-Brachmann, Schmidt und Thamm-Hoffheinz machen sich wenig Hoffnung, was das Schloss nach seinem Verkauf 2019 an die DRB Immobilien GmbH mit ihrem Geschäftsführer Thies Boysen betrifft: „Es schien damals und scheint heute unwahrscheinlich, dass kulturelle Veranstaltungen Uelzener Vereine jemals wieder im Schloss Holdenstedt stattfinden werden.“

Thies Boysen erklärte mehrfach, auch gegenüber der AZ, an den Voraussetzungen für eine Wiedernutzung des Schlosses werde gearbeitet. Für das vergangene Jahr kündigte der Uelzener Kunstverein nach Rücksprache mit Boysen überraschend an, im Herbst 2021 erstmals wieder eine Ausstellung dort zeigen zu können.

Daraus wurde nichts, weil die von der Stadt verfügten Auflagen zum Brandschutz bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Zufriedenheit erfüllt wurden. Der Kunstverein plant erstmal keine Ausstellung mehr im Schloss. Dafür sei die Lage zu unklar, erklärt Renate Schmidt, die auch zweite Vorsitzende des Kunstvereins ist. Die Holdenstedter Schlosstage sind für dieses Jahr wieder im Langhaus in Oldenstadt geplant, wie der Homepage zu der Veranstaltung zu entnehmen ist.

Thies Boysen erklärt gestern auf Nachfrage, dass er noch nicht sagen könne, wann eine kulturelle Nutzung wieder möglich sei, da man sich in einem bauamtlichen Verfahren befinde, welches gewisse Anforderungen stelle, die erbracht werden müssten. „Da aber dort viele Fachleute beteiligt sind, kommt es teilweise auch zu Verzögerungen.“ Hinsichtlich des Parks sagt Boysen: „Wir haben schon viel Grundsätzliches im Park durchgeführt, aber derzeit leidet der Park ein wenig coronabedingt, weil die zuständigen Dienstleister nicht liefern können. Wir versuchen, dem aber schnell Abhilfe zu schaffen.“

Auch interessant

Kommentare