Lukrative Blitzkästen

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Der Blitzer auf der B 4 an der „Blauen Lagune“ war 2010 der Spitzenreiter im Kreis Uelzen. Mehr als 16 000 Autofahrer wurden dort erwischt und 832 000 Euro an Einnahmen erzielt.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Die Errichtung weiterer Blitzkästen hat sich für den Kreis Uelzen ausgezahlt. An den 13 Standorten mit ihren insgesamt 18 Anlagen wurden im vorigen Jahr 56 124 Fahrzeugfüher geblitzt, die Gesamteinnahmen des Kreises beliefen sich auf rund 2,53 Millionen Euro. Dabei wurden 1227 Fahrverbote ausgesprochen. Diese Zahlen teilte Bernd Hayduk, Leiter des Straßenverkehrsamtes, jetzt auf AZ-Anfrage mit.

Die Statistik weist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Jahr 2009 aus: Damals wurden kreisweit 36 405 Raser erwischt. Ihre Buß- und Verwarngelder summierten sich auf rund 1,84 Millionen Euro und es gab 1100 Fahrverbote. Dennoch seien die Zahlen nicht vergleichbar, denn im Frühjahr 2010 hat der Landkreis sieben zusätzliche Blitzkästen installiert, erklärt Hayduk. Den Vorwurf der Abzocke weist er entschieden zurück. „Bei allen Blitzerstandorten handelt es sich um Unfallschwerpunkte“, betont er.

Einen solchen gebe es auch auf der Bundesstraße 4 in Tätendorf. „Dort haben sich zwar keine schwerwiegenden, aber eine Vielzahl kleinerer Unfälle ereignet. Die Situation ist extrem gefährlich“, erläutert Hayduk. Deshalb wird dort im April oder Mai dieses Jahres ein weiterer „Starenkasten“ aufgestellt. Dieser ist der erste im Kreisgebiet, der in beide Richtungen blitzen kann – aus rechtlichen Gründen aber nur auf die Front der Fahrzeuge. „Nach heutigem Stand ist das endgültig die letzte Anlage im Landkreis“, versichert Hayduk.

Die 2010 erzielten Einnahmen aus Buß- und Verwarngeldern liegen übrigens deutlich unter den Erwartungen des Straßenverkehrsamtes. Wegen des langen Winters seien die Verkehrsteilnehmer deutlich langsamer gefahren. Ohnehin kann Hayduk keinen Trend zu verstärktem Rasen auf Uelzens Straßen erkennen. Der Autofahrer aus dem Kreis Salzwedel, der im vergangenen März in der 100er-Zone auf der B 71 nahe Mehre mit Tempo 202 geblitzt wurde, sei ein absoluter Ausreißer gewesen.

„Wir stellen fest, dass das Fahrverhalten vor allen Blitzanlagen defensiver geworden ist“, berichtet Hayduk. Die beidseitigen Mess-Säulen am Esterholzer Kreuz auf der L 270 seien dafür ein gutes Beispiel: „Dort wurde eine erhebliche Reduzierung des Tempos und der Unfallzahlen verzeichnet.“

Die meisten Raser erwischte im vorigen Jahr die Anlage auf der B 4 nahe der „Blauen Lagune“: 16 338 Fälle bescherten dem Kreis Einnahmen von rund 832 000 Euro – etwas weniger als im Jahr zuvor. Auf Platz zwei folgte die Anlage auf der B 71 in Wellendorf mit 6461 geblitzten Fahrzeugen und 367 000 Euro Buß- und Verwarngeldern. „Bronze“ sicherte sich der Blitzer auf der B 71 bei Mehre: 6167 Fälle bedeuteten Einnahmen von fast 255 000 Euro.

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