De lütte Dorpschool

Golste-Natendorf - Von Sven Kamin. Dorothea Großkrüger aus Natendorf hat aus ihrem Fotoalbum ein Bild von der Volksschule Golste-Natendorf aus dem Jahr 1940 gefunden. In ihrem Brief an die AZ erinnert sie sich und berichtet von ihrer Schulzeit: "Endlich is dat sowiet.

De irste Schooldag is dor. Ik dörf mien Dirndelkleed antrecken, dortau neege Lackschau. Mien Moder neum mik an de Hand un nu güngt los. Ik weer bannig stolt. Up halven Weg schick ik mine Moder trück nah Hus. Ik woll alleen gohn.As ik in de School ankeum, harrn all‘ de Kinner ehr Moder dorbi. Nu har mik doch de Moot verloten. Un denn seeg ik mine Moder ankomen, weer ik nu froh. Uns School har bloos eenen grooten Klassenroom. Acht Johrgäng un bloot eenen Lehrer. Vorn seeten de Lütten, in de letzte Reeg de Grooten. Ümmer veer Kinner in eene Bank.In‘n ersten un tweiten Schooljoor harn wi eenen Tornister. Dor in eene Schiefertafel und een Griffelkasten, de weer ut Holt. Un dann Deckel künn man trüchschuben. Uppassen möss man dat de Griffel nich rünnerfallt. Denn dann brickt he dörch. An de Tofel bommelt an twee Bänner een Schwamm, de möss over ümmer natt sien um de Tafel tau putzen. Dat annere Band har dan Tofellappen taun Drögputzen. Wenn man dat hild har, klapper dat in Tornister biet loopen un de natte Schwamm flög eenen üm de Ohren.Mien Platz wier in de irste Reeg, ik möss mik ümmer umkieken, de grooten Dirns vun achtern weern för mik so interessant. De Lehrer har een poormal seggt: "Kiek dik nich ümmer um." As dat mol wedder sowiet weer, keum de Lehrer ganz flink un ik kreeg dat Lesbook int Krütz. Nu trau ick mik nich mehr mik umtaukieken.Mien Platz weer an Finster un dor stünn een Fliederbusch. Ümmer wedder könn ick deVögels beobachten...Överhaupt wenn de Katt sik anpirschen dä, wör dat spannend.Över uk Rutkiecken dörf ik nich. Wenn de Deerns Strafe kreegen, denn mössen se nah vörn gahn un eene Hand henholen, un dat geevt welk mit dan Rohrstock, een, twei Schläg je nah dem wat man mokt hat. För de Jungs geevt dat wat förn Mors.Uns Lehrer har sien Wöhnung im glieken Hus. Wenn hei nu Sündags fiert har, denn möss eene von de Jungs, und eene von de grooten Deerns för Rah sorgen. Nu künn de Lehrer noch een Mütz voll Slop nehmen. Jeder der stört har, möss nohsitten, un dat wull keener. Hei har dat jo uk nich so licht mit uns acht Jorgäng in eenen Klassenruum.As de Krieg anfungen har, geev dat ok bi uns Fliegeralarm. Dicht bie de school weer een bunker. Keum nu Alarm, susen wie all wie de Blitz los. Wie Lütten hefft uns freit över de freie Tied. So lang durt dat nich. As wie dan roden Himmel sehn har, un uns Öllern vuller Angst sähn, ganz Hamburg brennt. Vun dor an harn uk wie Angst.As de Krieg tau end günn, weer uns School ümmer belegt vun Soldaten oder Flüchtlingen. Uns Lehrer möss nu uk noch taun Grenzschützen los. Alle twei Daag harn wie för twei Stünn Ünnericht up‘n Sool, wo sünst danzt wör. Dor wör dat so kolt, dat wie gornich schrieben künnen, denn in Handschen weer dat sone Sook.Wie harn Glück, eene Lehrerin, de vörher in Ostpreußen an eene Overschool ünnerricht har, bröcht uns gaut wat bie. Alle, de düsse leege Tied mitmokt harn, sünd düchtige Minschen worn.

Auch in der heutigen Folge von "Meine Klasse" finden sich Bilder aus vielen Zeiten und aus vielen Ecken des Landkreises. Weitere Bilder erscheinen in lockerer Folge in der AZ und werden dann zusätzlich im Internet veröffentlicht. Wenn Sie noch Mitschüler erkennen, ein eigenes Foto einreichen wollen oder eine nette Anekdote zu einem Lehrer oder einer Klassenreise beitragen können, schreiben Sie an die AZ per E-Mail an mitmachen@cbeckers.de oder unter dem Stichwort "Meine Klasse", Groß Liederner Straße 45, 29525 Uelzen.

Originalbilder werden nach dem Erfassen natürlich wieder an Sie zurückgeschickt. Im Internet werden die Fotos und die Kommentare als AZ-Spezial direkt veröffentlicht und können auch direkt online kommentiert werden.

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